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Juni 2008

Studie: Raucher, die aufhören wollen, hängen von sozialen Netzwerken ab

Entwöhnungserfolg steigt, wenn es jemand im sozialen Umfeld geschafft hat

Geschätzte 2 Millionen Menschen in Österreich rauchen. Eine Million will aufhören oder zumindest weniger rauchen. Eine amerikanische Multicenter Studie zeigt nun, dass das Ziel, abstinent zu werden, nicht nur eine Frage der individuellen Entscheidung ist, sondern stark davon abhängt, ob andere Menschen im sozialen Umfeld es ebenfalls geschafft haben. vom Das Ergebnis der über 32 Jahre angelegten Langzeitstudie, in der das soziale Netzwerk von 12.067 Personen mitberücksichtigt wurde, ergab: Raucher folgen in ihren Abstinenzversuchen eher einem Herdentrieb, so die Forscher im New England Journal of Medicine (2008; 358: 2249-2258). Studienleiter Nicholas Christakis von der Harvard Universität in Boston verblüffte die Fachwelt bereits einmal durch eine Studie, die nachwies, dass Übergewicht in der Verwandtschaft und im Bekanntenkreis ein stärkeres Adipositasrisiko ist als die genetische Veranlagung, die gerne als Entschuldigung angeführt werden, wenn wieder einmal eine Diät gescheitert ist (NEJM 2007; 357: 370-379), berichtet das Deutsche Ärzteblatt (online, 22. 05. 2008). Nun wies der Soziologe diesen Netzwerk-Effekt auch bei Rauchern nach. Wer einen Abstinenzversuch startet und erfolgreich sein will, sollte zunächst einmal seinen Bekanntenkreis analysieren, sagt Christakis. Befinden sich darunter viele aktive Raucher, sind die Chancen das Laster zu beenden, eher gering. Freunde von Rauchern rauchen zu 61 Prozent häufiger. Glücklich sein kann, wer einen Lebenspartner hat, der dem Rauchen bereits abgeschworen hat. Die Erfolgschancen des eigenen Abstinenzversuchs steigen um 67 Prozent. Auch Geschwister können ein gutes Vorbild sein (plus 25 Prozent). Günstiger ist es aber, wenn ein Freund es bereits geschafft hat (plus 36 Prozent) oder wenn ein Mitarbeiter am Arbeitsplatz sich für rauchfrei erklärt (plus 34 Prozent), was aber nur in kleinen Firmen funktioniert. Für Gesundheitsplaner bedeuten die Ergebnisse, dass die rezeptfreie Abgabe von Abstinenzhilfen wie Nikotinpflaster eventuell weniger effektiv ist, als gezielte Maßnahmen in Peer-Gruppen, also die Unterstützung von kleineren Betrieben oder Schulen, vielleicht auch die Gruppentherapie für Familien.

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