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November 2008

Embryonenforschung: Britische Liberalisierung stößt auf vehemente Kritik

Deutsche Bundesärztekammer forderte europaweiten Moralkodex für Mediziner

Nach der Verabschiedung des umstrittenen Embryonengesetzes in Großbritannien fordert die Deutsche Bundesärztekammer (BÄK) einen ethischen Moralkodex für Mediziner in Europa. „Es ist an der Zeit, inne zu halten und in einen europaweiten Diskurs über die Grundwerte menschlichen Lebens einzutreten“, erklärte BÄK-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe. Auch aus der deutschen Politik kam deutlicher Protest, während sich in Österreich kaum ein Politiker zu Wort meldete. Das britische Unterhaus hatte am 23. Oktober 2008 ein Gesetz verabschiedet, das die Züchtung von Mensch-Tier-Embryonen erlaubt. Neben der Herstellung von solchen Chimären gestattet das Gesetz auch, „Rettungsgeschwister“ zu produzieren, also Kinder, die künstlich erzeugt werden, um dank des ähnlichen Erbmaterials einem kranken Geschwisterchen zu helfen. Der SPD-Ethikbeauftragte René Röspel warf den britischen Forschern Profilierungssucht vor, berichtet Focus (online, 24. 10. 2008). „Sie wollen mit einem Tabubruch weltweit auf sich aufmerksam machen“, sagte der Vorsitzende des Parlamentarischen Ethikbeirats. „Die Forschung an Chimären ist völlig unsinnig und nutzt niemandem“, sagte der CDU-Bioethikexperte Hubert Hüppe. Überzeugende Argumente für die Nützlichkeit dieser Forschung sehe er nicht. Es gäbe keinerlei therapeutischen Ansatz und keine Hoffnung, dass diese Versuche Patienten mit schweren Erkrankungen helfen könnten. Hüppe nannte es „unverständlich“, dass das britische Gesetz ohne Kommentar aus den EU-Mitgliedstaaten hingenommen werde. „Hier wäre eine Intervention nötig“, sagte der CDU-Politiker. „Die Erzeugung von Mensch-Tier-Embryonen ist medizinisch höchst fragwürdig und ethisch verwerflich“, betonte BÄK-Präsident Hoppe. „Forschung braucht Grenzen, damit sie nicht in Allmachtsfantasien abgleitet.“

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