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Februar 2009

Gentechnik: Erste reprogrammierte Stammzellen ohne Krebsgen

Wichtiger Schritt zu einer möglichen medizinischen Anwendung

Deutsche Forscher haben einen einfacheren Weg zur Herstellung ethisch unbedenklicher Stammzellen gefunden. Die Wissenschaftler um Hans Schöler vom Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster konnten Körperzellen ohne die Hilfe zuvor benötigter Krebsgene in eine Art embryonaler Stammzellen zurückverwandeln, berichtet Wissenschaft online (05. 02. 2009). Das mache diese so genannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) sicherer und sei ein wichtiger Schritt hin zu einer möglichen medizinischen Anwendung, teilten die Molekularbiologen mit. Sie hatten Nervenstammzellen ausgewachsener Mäuse über die Einschleusung eines einzigen Gens in einen quasi-embryonalen Zustand zurückversetzt. Die Studie wurde im Fachjournal Cell publiziert (2009; 136: 411-419). Anfangs mussten Schöler und seine Kollegen zur Gewinnung von iPS-Zellen noch vier Erbanlagen einschleusen, später erreichten sie die Reprogrammierung auch mit drei und zwei Genen. Selbst bei zwei eingeschleusten Genen erhöhte jedoch noch eine der Erbanlagen das Tumorrisiko. Das einzig jetzt noch genutzte Gen namens Oct4 gilt hingegen nicht als Krebsgen. Ziel ist es, eine Rückprogrammierung ganz ohne zusätzliche Gene zu erreichen.

In die iPS-Zellen setzen Mediziner große Hoffnungen. Die induzierten Stammzellen haben dieselben Fähigkeiten wie die begehrten embryonalen Stammzellen, sind aber ethisch sauber, da zu ihrer Gewinnung keine Embryonen zerstört werden müssen. Ein weiterer Vorteil: Die iPS-Zellen werden aus Körperzellen des Patienten gewonnen werden, deshalb tragen sie alle das Patientenerbgut in sich und werden nicht abgestoßen.

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