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März 2009

Aktuell: Imago Hominis widmet sich Work-Life-Balance

Ab wann macht Stress krank? Welchem Leitbild von Arbeit laufen wir heute nach?

Laut einer Studie der Europäischen Beobachtungsstelle für berufsbedingte Risiken ist Stress das zweithäufigste arbeitsbedingte Gesundheitsproblem. Zu den häufigsten Auslösern zählen unsichere Arbeitsverhältnisse, hoher Termindruck, Mobbing und die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie. Stress als Distress ist eine Form innerer Unfreiheit. Als Krankmacher kostet er Unternehmen Geld. Die Auffassung, der Job sei der erste und einzige Sinnstifter im Leben, hinter dem alle anderen Möglichkeiten der menschlichen Reifung zurücktreten müssen, hat seine Spuren hinterlassen. Welchem Leitbild von Arbeit laufen wir heutzutage nach? Wo liegt die gesunde Mitte zwischen Privatem und Professionellem, in der Einstellung zur Arbeit und zum arbeitenden Menschen?

Die kommende Ausgabe des Fachjournals Imago Hominis (Erscheinungstermin: Ende März 2009) greift das Thema Work-Life-Balance aus unterschiedlichen Perspektiven auf. Der Arbeitsmediziner Hugo W. Rüdiger (Medizinische Universität Wien) zählt in seinem sozialmedizinischen Befund Leistungsverdichtung und Beschleunigung zu den Kennzeichen der heutigen Arbeitswelt. Das Ergebnis sei ein drastischer Anstieg vor allem der psychischen Belastung. Unternehmen sollten dem gegensteuern und ihren Mitarbeitern einen „ausgewogenen“ Lebensstil ermöglichen, sie profitierten davon auch ökonomisch. Martin Grabe (Psychotherapie, Klinik Hohe Mark) erläutert die Phasen der Entstehung eines Burnout-Syndroms und beschreibt jene Personen- und Berufsgruppen, die mit hohen Anforderungen an sich selbst an die Arbeit herangehen, wobei sich schleichend ein Zustand chronischer Erschöpfung einstellt. Nicht selten steht ein überdimensioniertes Bedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung dahinter, das bewusst gemacht werden muss. Psychiater Manfred Stelzig (Christian-Doppler-Klinik, Salzburg) gibt einen Überblick aus psychosomatischer Sicht über die Vielzahl von Symptomen und Krankheitsbildern, die als Folgeerscheinungen des Distress anzusehen sind. Die Philosophin Maria Pia Chirinos (Universität Santa Croce, Rom) weist den Weg in eine neue Ära philosophischer Auseinandersetzung mit der Arbeit als Lebenswirklichkeit des Menschen. Arbeit ist weiter zu fassen als nur individuelle Selbstverwirklichung, sie muss sich auch vom Produkt-Paradigma lösen: Ziel der Arbeit sind nicht bloß äußere Güter wie Besitz, Geld oder Macht. Innere Güter wie intellektuelle Fähigkeiten, praktisches Wissen im Umgang mit Dingen und Menschen sowie positive Haltungen, Tugenden, in deren Besitz der Mensch kommt, wenn er tätig ist, müssen mehr in den Blick kommen: Sie sind es, die ihn als ganze Person aufblühen und reifen lassen. Die Imago Hominis-Ausgabe 1/2009 mit dem Schwerpunkt „Work-Life-Balance“ findet sich unter http://www.imabe.org/index.php?id=imagohominis und kann als Einzelheft um EUR 10,– bezogen werden.

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