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Stellungnahme zur Empfehlung der Österreichischen Bioethikkommission für eine Liberalisierung der Stammzellenforschung

Alleskönner-Stammzellen auch ohne Zerstörung von Embryonen möglich

IMABE fordert klares Verbot der embryonalen Stammzellforschung in Österreich

In einer am 23. März 2009 präsentierten Empfehlung plädierten 17 der 25 Mitglieder Österreichischen Bioethikkommissionsmitglieder für 1. die komplette Freigabe der sogenannten „überzähligen Embryonen“ zu Forschungszwecken und die Herstellung von eigenen Stammzelllinien in Österreich, 2. die legale Herstellung von „therapeutischen“ Klonembryonen sowie von Mensch-Tier-Chimären und 3. die Ermöglichung von Eizellenspenden durch Frauen.

Diese Forderungen sind von vorgestern. Sie sind in vielen Ländern verboten. Dafür gibt es Sachargumente.

Erstens: Kein geringerer als der Entdecker der induzierten pluripotenten Stammzellen (IPS) und Pionier der Stammzellforschung, Shinya Yamanaka von der Universität Kyoto, hält es nicht für notwendig, neue embryonale Stammzelllinien für Forschungszwecke herzustellen (Forum Alpbach 2008). Derzeit bestehen schon weltweit 500 solcher Linien. Warum also hunderte menschliche Embryonen, Zeit und Steuergelder für die Herstellung einer einzigen Stammzelllinie „Made in Austria“ ver(sch)wenden – außer aus ideologischen Gründen?

Zweitens: Die vom SP-Kanzler bestellten Berater plädieren für die Herstellung von Mensch-Tier-Chimären („Zybride“), um daraus humane embryonale Stammzellen herzustellen.

Nutzlose Zybride, Frauen als Rohstofflieferantinnen?

Mit dieser Forderung haben sich die Proponenten als nicht am letzten Stand der Wissenschaft geoutet. Erst im Februar 2009 hatte eine Studie des US-Stammzellpioniers Robert Lanza ernüchternd gezeigt, dass sich aus den so hergestellten Mix-Embryonen die begehrten Stammzellen nicht entwickeln konnten. Kein geringerer als Dolly-Schöpfer Ian Wilmut nahm enttäuscht zur Kenntnis, „dass die Erzeugung von patientenspezifischen Stammzellen auf diesem Weg nicht machbar“ sei (Cloning and Stem Cells, 2/2009).

Drittens: Frauen sollen ab nun in Österreich als Rohstofflieferantinnen von Eizellen „abgeerntet“ werden dürfen. Es bleibt absolut unverständlich, wie die weiblichen Mitglieder der Kommission diesem frauenfeindlichen Antrag zustimmen konnten.

Ethisch sauber forscht es sich am besten

Derzeit ist in Österreich die Gewinnung von embryonalen Stammzellen aus Embryonen, die nach einer künstlichen Befruchtung „übrig bleiben“ durch das Fortpflanzungsmedizingesetz verboten. Und das soll auch so bleiben.

Fünf Mitglieder der Bioethikkommission legen in einem zukunftsweisenden Entwurf dar, wie sich dies mit Wissenschaftsförderung vereinbaren lässt: Ein klares Ja zur Grundlagenforschung, ein klares Ja zur Forschungsfreiheit und ein klares Ja zur Achtung der Würde des Menschen von Anfang an.

Die Freiheit der Forschung hat eine Grenze: die Menschenrechte. Das menschliche Leben zu instrumentalisieren, selbst für scheinbar viel versprechende wissenschaftliche und medizinische Projekte, ist unvereinbar mit der Würde des Menschen. Hier muss die Politik ein Machtwort gegen Vernutzungsideologien sprechen – selbst wenn sie von sogenannten Ethikkommissionen abgesegnet werden. Die Bioethik-Kommission ist kein demokratisch gewähltes Gremium, sie hat ihre Glaubwürdigkeit endgültig verloren.

Es gibt ethisch sauberer und wissenschaftlich attraktive Alternativen zur embryonalen Stammzellforschung. Die Zukunft für neue Therapien sieht die Scientific Community in den künstlich verjüngten humanen Alleskönnerzellen (induzierte pluripotente Stammzellen) als ethisch sauberem Weg und in den adulten Stammzellen. Beide können auch ohne Zerstörung von Embryonen gewonnen werden.  

Es gibt Alternativen. Dieses Signal kann Österreich setzen: Ethisch sauber forscht es sich am besten.

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