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Mai 2009

Neue Medien: Gesundheitsinformationen aus dem Internet können verunsichern

Nuffielder Rat für Bioethik untersucht ethische Aspekte von Online-Gesundheitsdiensten

Im Internet werden immer mehr Informationen und Dienstleistungen rund um die Gesundheit angeboten. Verbrauchern stehen völlig neue Wege zur Beschaffung von Medikamenten oder Testergebnissen offen. Doch das ist nicht immer positiv, berichtet das deutsche Wochenmagazin Focus (online, 21. 04. 2009). In den vergangenen Jahren hat eine ständig wachsende Zahl von Menschen beispielsweise die Dienste von Laboren in Anspruch genommen, die DNA-Tests durchführen. Darauf hat nun der Nuffield Council on Bioethics hingewiesen. Das Expertengremium setzt sich mit der ethischen Seite der Online-Gesundheitsdienste und -dienstleistungen auseinander und arbeitet an einem umfassenden Report zu diesem Thema. Ermittelt werden sollen sowohl die Erfahrungen der Patienten als auch der privaten Unternehmen, die diese Dienstleistungen anbieten.

Die Online-Verkäufe von Medikamenten sowie Angebote von privaten DNA-Tests und Scans steigen an. Das unabhängige Kollegium erklärte, dass solche Veränderungen die Patienten einem Risiko aussetzen oder zu unnötiger Beunruhigung führen können. Seine Sprecher fordern eine stärkere Regulierung und haben eine entsprechende Diskussion in Gang gesetzt. Man dürfe die Verbraucher nicht mit Internet-Angeboten allein lassen. So sollte den Menschen unter anderem näher gebracht werden, welche Untersuchungen tatsächlich sinnvoll sind und welche bei ihnen zu einem Gefühl falscher Sicherheit führen oder gar völlig unangemessen sind.

Als ein Negativbeispiel führen die Experten private Firmen an, die Verbrauchern die Möglichkeit zur Früherkennung von Tumoren durch bildgebende Verfahren wie MRT und CT anbieten. Ohne medizinische Indikation setzen sich Kunden bei solchen Untersuchungen unnötig einer Strahlenbelastung aus. Abgesehen davon, dass der Sinn dieser Untersuchungen nicht immer klar ist, könnte es in Zukunft Probleme mit den daraus gewonnenen Daten geben. Je mehr Gesundheitsdaten von Verbrauchern im Internet oder bei Unternehmen in Umlauf sind, desto größer sei die Gefahr für Missbrauch.

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