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November 2009

Stammzellen: Ethisch saubere Methoden setzen sich durch

Therapeutisches Klonen ist aus der Mode, Geldflüsse gehen in andere Richtungen

Vier Jahre nach der Aufdeckung seiner Fälschungen von Stammzellstudien wurde der einst gefeierte südkoreanische Klon-Forscher Hwang Woo Suk von einem Gericht in Seoul zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Der einst als „Pionier“ der Stammzellenforschung gefeierte Tiermediziner wurde für schuldig befunden, Forschungsergebnisse gefälscht, Zuschüsse veruntreut und sich auf illegalem Weg Eizellen beschafft zu haben, berichtet spektrumdirekt (online, 26. 10. 2009). Versprechungen, wonach therapeutisches Klonen und die Therapien mit embryonalen Stammzellen (ESZ) in Zukunft Krankheiten heilen werden können, werden inzwischen nüchterner betrachtet. Das zeigt sich auch an den Geldströmen, die nun in alternative Forschungsfelder gepumpt werden. So hat eines der finanzkräftigsten Institute weltweit, das California Institute for Regenerative Medicine (CIRM), Ende Oktober 250 Millionen Dollar für 14 Forschungsprojekte ausgeschüttet. Die Projekte widmen sich der Forschung mit adulten und induzierten-pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen), nur vier der Projekte forschen an ES-Zellen. Laut New York Times (online, 29. 10. 2009) könne dies als leises, aber bezeichnendes Eingeständnis gewertet werden, dass die humanen ESZ ihre Versprechen erst weit in der Zukunft würden einlösen können – wenn überhaupt.

„Es scheint, dass wir in der glücklichen Lage sind, nicht zwischen entweder guter Wissenschaft oder guter Ethik entscheiden zu müssen“, schreibt Donna Dickenson, emeritierte Ethikprofessorin der Universität London in Nature Reviews Genetics. Ihrer Ansicht nach werde die ESZ-Forschung sanft entschlummern, hauptsächlich deshalb, weil Fortschritte im Vergleich zur dynamischen Entwicklung der iPS-Zellen fehlten.

Dickenson wendet sich vor allem gegen die Ausbeutung von Frauen im Rahmen des so genannten „therapeutischen Klonens“: So hatte Hwang für seine Versuche mehr als 2.200 menschliche Eizellen „abgeerntet“ – teilweise von seinen eigenen Mitarbeiterinnen. Die Bezahlung für Eizellen„spenden“ – die übrigens jüngst New York legalisiert wurde – trage zur Kommerzialisierung des menschlichen Körpers bei und ist oft gesundheitsschädigend. In Monaco findet kommende Woche der 2. Internationale Kongress zur verantwortlichen Stammzellenforschung (http://www.stemcellsmonaco2009.org/) statt.

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