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März 2011

Placebo: Ärzte sollten positiven Effekt für Therapien stärker nutzen

Deutsche Bundesärztekammer hält Einsatz für ethisch und rechtlich vertretbar

Die Deutsche Bundesärztekammer (BÄK) empfiehlt ihren Mitgliedern, Placebos künftig gezielt noch häufiger einzusetzen. Unter der Leitung von Robert Jütte hat der Wissenschaftliche Beirat der BÄK nun eine Stellungnahme zu „Placebo in der Medizin“ in Buchform vorgelegt. Auch Pillen und Spritzen ohne geeigneten Wirkstoff helfen Studien zufolge oft – und zwar häufig ohne schlimme Nebenwirkungen und exorbitante Kosten. „Mit dem Einsatz von Placebo lassen sich erwünschte Arzneimittelwirkungen maximieren, unerwünschte Wirkungen von Medikamenten verringern und Kosten im Gesundheitswesen sparen“, sagt Jütte (Pressemitteilung BÄK, online, 02. 03. 2011). Was wie Täuschung aussieht, kann durchaus dem Wohl des Patienten dienen. Forscher haben sogar im Gehirn eine Wirkung von Placebos nachgewiesen – sie ist also nicht nur Einbildung. Allerdings haben Wissenschaftler noch keine schlüssige Erklärung. Sie vermuten, dass die Wirkung von der Lernerfahrung oder von der Erwartung der Patienten abhängt, nach dem Motto: Wenn man eine Pille nimmt, gehen die Schmerzen weg. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Forschung sei, „dass der Placeboeffekt hirnphysiologisch und -anatomisch lokalisierbar ist“.

Die Experten des Wissenschaftlichen Beirats halten die bewusste Anwendung von Placebo in der therapeutischen Praxis für ethisch und rechtlich vertretbar. Voraussetzung sei aber, dass in dem jeweiligen Einzelfall keine geprüfte wirksame (Pharmako-)therapie vorhanden ist, es sich um relativ geringe Beschwerden handelt und Aussicht auf Erfolg einer Placebobehandlung bei dieser Erkrankung besteht. Vgl. dazu auch: Imago Homins, Schwerpunkt: Placebo (2006) http://www.imabe.org/index.php?id=367.

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