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Jänner 2006

Britische Studie: Ärzte führten 3000 illegale Euthanasie-Fälle durch

In rund 2000 Fällen handelten die Ärzte ohne direkte Einwilligung des Patienten

Von den knapp 585.000 Todesfällen, die sich 2004 in England, Schottland, Wales und Nordirland ereigneten, sollen rund 3000 auf das Konto der aktiven Sterbehilfe gegangen sein, schreibt ein Forscherteam um Clive Seale von der englischen Brunel University. Die umfassende Studie wurde im Journal Palliative Medicine (2006; 20: 3-10) veröffentlicht. Seale und seine Kollegen hatten zwischen Oktober und Dezember 2005 1000 zufällig ausgewählte Allgemeinärzte und Klinik-Spezialisten per Post nach ihrem letzten verstorbenen Patienten befragt. 857 anonym ausgefüllte Fragebögen kamen zurück. Das Ergebnis: Pro Tag wurden bei durchschnittlich acht Patienten Maßnahmen zu aktiver Sterbehilfe durchgeführt, obwohl diese sowie die Beihilfe zu Selbstmord in Großbritannien gesetzlich verboten sind. Keiner der Ärzte gab an, Selbstmord mit ärztlicher Hilfe geleistet zu haben. Die britischen Zahlen seien niedriger als in anderen europäischen Ländern, betonte Seale. Vor allem in den Niederlanden, Belgien, der Schweiz oder Australien hätten Befragungen mit dem gleichen anonymen Fragenkatalog höhere Prozentzahlen gezeigt. Der Leiter der Studie führt dies auf das breite Netz von professioneller palliativer Betreuung zurück sowie ein generell hohes medizinische Ethos unter den Ärzten. Die Neigung zu einer Behandlung um jeden Preis sei geringer als in den meisten europäischen Staaten.

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