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Juni 2012

Studie: Thrombose-Risiko bei Verhütungspflaster höher als bei „Pille“

Mehr Spitalsaufenthalte nach Verwendung von non-oralen Antikonzeptiva

Erst jüngst wurde der Pharmakonzern Bayer von den USA dazu verpflichtet, vor dem erhöhten Thrombose-Risiko der neueren „Pillen“-Generation ausdrücklich zu warnen (vgl. Studie: Thrombose-Gefahr der modernen „Pille“ weithin unterschätzt) Nun zeigen dänische Wissenschaftler in einer im British Medical Journal veröffentlichten Studie (2012; 344 doi: 10.1136/bmj.e2990), dass nicht nur die Art und Konzentration der Hormone, sondern auch die Anwendung eine wichtige Rolle bei der Bestimmung der Thrombose-Gefahr spielen. Sie stellten fest, dass transdermale Pflaster, aber auch Vaginalringe mit einem bis zu doppelt so hohen Thrombose-Risiko assoziiert sind als die „Pille“.

Unter der Leitung des Gynäkolgogen Øjvind Lidegaard an der Universität Kopenhagen setzten die Wissenschaftler anhand der Daten von 1,6 Millionen dänischer Frauen im gebärfähigen Alter im Alter zwischen 15 und 49 Jahren in den Jahren 2001 bis 2010, die 5287 Fälle von Spitalsaufenthalten wegen erstmaliger venöser Thrombosen aus dieser Gruppe von Frauen und die Verordnung von Kontrazeptiva in Beziehung.

Das Ergebnis war eindeutig: Für Frauen, die keine Kontrazeptiva anwenden, ermittelte Lidegaard eine Inzidenz von 2,1 Thrombosen pro 10.000 Personenjahre. Für Anwenderinnen von kombinierten oralen Kontrazeptiva stieg die Inzidenz auf das Doppelte bis Dreifache mit 4,5 pro 10.000 Personenjahre (Norgestimat) bzw. 6,22 pro 10.000 Personenjahre (Levonorgestrel plus 30 bis 40µg Östrogen). Für Vaginalringe ermittelte Lidegaard schließlich eine Inzidenz von 7,75 pro 10.000 Personenjahre. Bei transdermalen Pflastern waren es sogar 9,71 pro 10.000 Personenjahre. Das Thromboserisiko war also signifikant höher als bei den kombinierten oralen Kontrazeptiva, berichtet das Deutsche Ärzteblatt (online 11.5.2012).

„Angesichts dieser Zahlen erstaunt es, wenn die kostenlose Abgabe von Verhütungsmitteln als Teil der Gesundheitsvorsorge für Frauen propagiert wird“, kritisiert Susanne Kummer, stv. IMABE-Geschäfsführerin. „Weder handelt es sich bei der Abgabe hormoneller Antikonzeptiva um Impfungen noch um Präventivmaßnahmen, sondern um Präparate, die die Sterblichkeitsrate von Frauen erhöhen können. Dies als Gesundheitsvorsorge zu verkaufen, kommt einer gefährlichen Irreführung von Frauen gleich, die strikt abzulehnen ist“, betont Kummer.

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