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September 2012

Studie: Kinder von Rauchern sind häufiger krank

Schwächere Hustenreflexe verhindern Abwehr von Pathogenen aus der Umwelt

Passivrauchen ist für Kinder schädlich, auch deshalb, weil es die Hustenreflexe abschwächt. So leiden Kinder von Rauchern häufiger an Lungenerkrankungen, da sie gefährliche Pathogene schlechter abwehren können. Das haben Wissenschaftler des Monell Centers in Philadelphia herausgefunden und in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals Tobacco and Nicotine Research (doi: 10.1093/ntr/nts198) publiziert, wie das Deutsche Ärzteblatt (online 20.8.2012) berichtet.

Ärzte beobachten schon länger, dass Kinder, deren Eltern oder ein Elternteil rauchen, häufiger krank sind. Sie leiden dabei oft an Infektionen wie Pneumonie oder Bronchitis. Ebenso greifen sie im Jugendalter signifikant häufiger zur Zigarette als ihre Altersgenossen aus nicht rauchenden Elternhäusern und sind somit langfristig einem höheren Krankheitsrisiko ausgesetzt. Die Autoren aus Philadelphia unter der Leitung von Paul Wise wollten aber den genauen Mechanismus klären, der hinter diesen Beobachtungen steckt. Sie wussten, dass der Hustenreflex erwachsener Raucher abgeschwächt ist und wollten überprüfen, ob dies auch bei passiv rauchenden Kindern der Fall und somit Ursache für die häufigeren Infektionsraten ist.

Dazu ließen sie ihre Probanden im Alter zwischen 10 und 17 Jahren über ein spezielles Inhaliergerät Capsaicin einatmen, das einen Hustenreflex auslöst, erhöhten sukzessive die Dosis und maßen die Schwellendosis, bis die Kinder zweimal gehustet hatten.

Es stellte sich heraus, dass die passiv rauchenden Kinder im Vergleich zu den nicht exponierten Altersgenossen eine doppelt so hohe Dosis Capsaicin für ein zweimaliges Husten benötigten. Damit lag ihre Schwellendosis in einem ähnlichen Verhältnis wie bei ihren rauchenden Eltern. Die Forscher meinen, ein wenig sensibler Hustenreiz könnte Kinder rauchender Eltern daran hindern, Pathogene aus der Umwelt abzuwehren, womit sich ihr Risiko für eine Lungenerkrankung erhöht. Außerdem verdeutliche die Studie, dass ein passiv rauchendes Kind auch dann gefährdet ist, wenn es nicht hustet, also den Eltern gesund erscheint.

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