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September 2012

Studie: Erhöhtes Risiko für Frühgeburten nach Schwangerschaftsabbrüchen

Gesundheitsexperten sollten über mögliche Risiken bei wiederholten Abtreibungen informieren

Abtreibungen führen zu keinen längerfristigen Schäden, wenn sie medizinisch richtig durchgeführt werden, heißt es. Dem stehen nun die Ergebnisse einer finnischen Beobachtungsstudie entgegen. Die in Human Reproduction (2012 doi: 10.1093/humrep/des294) publizierte Studie zeigt, dass Frauen, die nach drei oder mehr Schwangerschaftsabbrüchen ihr erstes Kind auf die Welt bringen, dieses einem erhöhten Komplikationsrisiko aussetzen.

Die Wissenschaftler vom National Institute for Health and Welfare in Helsinki setzten die Daten von 300.858 finnischen Erstgebärenden aus den Jahren 1996 bis 2008 in Relation zu 31.083 (10,3%) Erstgebärdenden mit einem vorangegangenen Schwangerschaftsabbruch, 4417 (1,5%) mit zwei und 942 (0,3%) mit drei oder mehr Schwangerschaftsabbrüchen vor der ersten Geburt (Zwillinge und Drillinge ausgenommen).

Fazit: Nach drei oder mehr Schwangerschaftsabbrüchen hatten diese Frauen gegenüber jenen ohne vorherige Abtreibung ein signifikant erhöhtes Risiko, ein Kind mit sehr niedrigem Geburtsgewicht (weniger als 1500g) oder niedrigem Geburtsgewicht (weniger als 2500g) zu gebären, oder eine Frühgeburt (vor der 37. Woche) oder sehr frühe Frühgeburt (vor 28 Wochen) auf die Welt zu bringen. Auch bei Frauen nach zwei Schwangerschaftsabbrüchen war ein leicht erhöhtes Risiko für eine frühe Frühgeburt vorhanden.

Die meisten der Schwangerschaftsabbrüche (88%) wurden chirurgisch durchgeführt, fast alle (91%) vor der 12. Schwangerschaftswoche und aus sozialen Gründen (97%). Die Forscher bereinigten ihre Ergebnisse von Co-Faktoren für Frühgeburten wie soziale Herkunft, Familienstand, Alter, Rauchen, frühere ektopische Schwangerschaften und Fehlgeburten.

In Finnland wurden im Jahr 2011 offiziell 10.108 Abtreibungen gemeldet (8,7 pro 1000 Frauen im Alter zwischen 15-49 Jahren). Studienleiter Reija Klemetti schließt aus den Ergebnissen: „Wir schlagen vor, dass das Potenzial für erhöhte Risiken bei späteren Geburten in die Sexualerziehung miteinbezogen werden sollte, zumal es noch andere gute Gründe dafür gibt, um Schwangerschaftsabbrüche zu vermeiden. Gesundheitsexperten sollten auch über die möglichen Risiken bei wiederholten Abtreibungen informieren.“

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