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November 2012

Studie: Ältere Notfallpatienten profitieren nach Spitalsaufenthalt von geriatrischem Assessment

Wenn schon Pflege im Alter, dann am liebsten zu Hause

Noteinlieferungen ins Krankenhaus wachsen tendenziell am schnellsten bei Patienten über 65 Jahre. Ältere Notfallpatienten können nach ihrer Entlassung signifikant häufiger selbstständig zu Hause leben, wenn sie eine umfassende und altersangepasste Beratung während ihres Krankenhausaufenthaltes erhalten hatten. Die Cochrane-Forscher unter der Leitung von Graham Ellis, Geriater am schottischen Monklands Hospital analysierten 22 Studien mit mehr als 10.000 älteren Patienten (Alter ≥ 65 Jahre), die in den USA, Schweden, Australien, Kanada, Deutschland und Norwegen stationär aufgenommen wurden. Die Ergebnisse des im British Medical Journal publizierten Cochrane-Reviews (2011;343:d6553, doi: 10.1136/bmj.d6553) zeigten: Der Einsatz des Comprehensive Geriatric Assessment (CGA) erwies sich als nützlicher als normale Behandlungen oder geriatrische Teams.

Das CGA agiert multidimensional und interdisziplinär, um medizinische, psychologische, funktionelle sowie soziale Fähigkeiten gebrechlicher älterer Personen abzuschätzen. Anhand dieser Beurteilung kann ein ganzheitlicher Plan sowohl für die akute Behandlung als auch für die Nachsorge erstellt werden.

Laut Ellis lebten Patienten, die das CGA erhielten, im Vergleich zu jenen mit üblicher Behandlung 12 Monate nach Krankenhausentlassung signifikant häufiger in ihren eigenen vier Wänden ("living at home" als primärer Outcome). Die Gefahr, nach der Krankenhausbehandlung in einem Pflegeheim zu landen, war unter den CGA-Patienten signifikant geringer, ebenso das Risiko zu sterben oder einen schlechteren Gesundheitszustand zu haben.

In ein Altenheim übersiedeln zu müssen ist für Menschen im erwerbsfähigen Alter die unbeliebteste Variante im Falle der Pflegebedürftigkeit. Sie kommt nur für sieben Prozent der Menschen in Frage, wie eine Repräsentativumfrage der Deutschen Krankenversicherung (DKV) bei Personen unter 66 Jahren ergab, berichtet Springer (online 25.10.2012). 28 Prozent der Befragten möchten im Pflegefall von ihren Angehörigen betreut werden. Ebenfalls 28 Prozent befürworten eine Pflege in einer Wohngemeinschaft mit Pflegedienst. 24 Prozent wollen lieber zu Hause von einem Pflegedienst betreut werden. Dabei würden sich die meisten Männer für eine Pflege durch Angehörige zu Hause entscheiden, während Frauen mehrheitlich in eine Senioren-WG ziehen würden.

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