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April 2006

Abtreibung: Indien kämpft um ungeborene Mädchen

Erstmals wurden zwei indische Ärzte wegen gezielter Abtreibung von Mädchen verurteilt

500.000 gesunde weibliche Föten werden jährlich in Indien laut Schätzung des Fachjournals The Lancet abgetrieben – wegen ihres „falschen“ Geschlechts. Die Praxis der selektiven Abtreibung von Mädchen nach Geschlechterbestimmung ist in Indien seit 12 Jahren verboten, geahndet wurde sie jedoch kaum. Nun wurden erstmal ein Gynäkologe aus dem nordindischen Bundesstaat Haryana und sein Assistent von einem Gericht zu jeweils einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Der Arzt hatte einer schwangeren Frau mitgeteilt, dass sie ein Mädchen erwarte und ihr gleichzeitig eine Abtreibung angeboten. In weiten Teilen Indiens herrscht die traditionelle Überzeugung, dass eine Tochter für ihre Familie eine Last ist, ein Sohn hingegen ein Geschenk. Das Geschlechterverhältnis hat sich inzwischen drastisch zu Ungunsten der Mädchen verschoben. Statistiken zufolge kommen auf 1000 Buben etwa 927 Mädchen. In einigen Regionen Indiens sind es sogar nur um die 750. Immer mehr heiratswillige indische Männer finden keine Frau mehr. Weltweit werden auf 1000 Buben etwa 1050 Mädchen geboren. Menschenrechtsorganisationen hoffen, dass von der Verurteilung des indischen Mediziners Signalwirkung ausgehen wird.

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