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Imago Hominis (2012); 19(4): 293-303

Das ärztliche Aufklärungsdilemma bei pränatalen Untersuchungen

Josef Spindelböck

Zusammenfassung

Pränatale Untersuchungen besitzen eine verschieden große Aussagekraft bezüglich der Abklärung von Krankheiten und Behinderungen des ungeborenen Kindes. Eltern, bei deren ungeborenem Kind eine positive Diagnose festgestellt wird, geraten gesellschaftlich leicht unter Druck, ihr Kind abtreiben zu lassen. Auch der beratende Arzt sieht sich in der Wahrnehmung seiner Aufklärungspflicht einem gewissen Dilemma ausgesetzt: Seine Informationen tragen womöglich dazu bei, dass die Mutter sich gegen die Geburt ihres kranken oder behinderten Kindes entscheidet. Von seiner christlichen Überzeugung aus darf der katholische Arzt keine direkte Tötung eines ungeborenen Kindes durch Abtreibung durchführen oder sie unterstützen. Er wird auf der Grundlage seiner ärztlichen Aufklärungspflicht umfassend informieren, schwangeren Frauen in Not positiv-motivierend zur Seite stehen, dabei zur Annahme des Kindes ermutigen und auf das Angebot weiterer Beratungs- und Hilfeleistungen für Mutter und Kind verweisen.

Schlüsselwörter: Pränataldiagnostik, Abtreibung, Behinderung, Krankheit, Kind

Abstract

In prenatal diagnoses there is a different certainty of detecting possible diseases and handicaps of the unborn child. Parents with a positive diagnosis regarding their unborn child are easily put under pressure by society to perform an abortion. The physician who gives advice and information is in some dilemma: his information offered to the mother can be relevant for her decision against the birth of her child. According to his Christian belief a catholic physician is not allowed to perform or to support the direct killing of an unborn child through abortion. On the basis of his duty of giving adequate patient information he will positively motivate a woman in need to accept her child and show further ways of advice and help for both mother and child.

Keywords: Prenatal Diagnosis, Abortion, Disablement, Handicap, Disease, Child

Anschrift des Autors:

Prof. Dr. theol. habil. Josef Spindelböck
Kleinhain 6, A-3107 St. Pölten-Traisenpark
josef(at)spindelboeck.net

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