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April 2006

Wiener Bioethikclub: „Schöpfung versus Evolution?“

Experten diskutierten auf Einladung des Imabe-Instituts mit Kardinal Schönborn

Entwicklung hat in der Natur stattgefunden: im Bereich der Mikroevolution lassen sich dafür eindrucksvolle Beispiele finden. Zur Verifizierung oder Falsifizierung der Hypothese der Makroevolution, wonach sich höhere, komplexere Arten aus niedrigeren entwickelt haben sollen, fehlen jedoch die entscheidenden Anhaltspunkte. Darin waren sich namhafte Naturwissenschaftler, die sich auf Einladung des IMABE-Instituts zu einem Expertengespräche im Rahmen des Wiener Bioethik-Clubs zusammengefunden hatten, einig. In den letzten anderthalb Jahrhunderten konnten die Stolpersteine des Darwinismus – wie ist Leben entstanden, wie ist der Übergang der Arten zu erklären? – nicht ausgeräumt werden. „Säugetiere haben ein geschütztes, sehr komplexes Genom“, betonte Anton Wutz, Genetikforscher am Wiener Institut für Molekulare Pathologie (IMP). Optimierungen innerhalb eines Mikro-Systems seien faszinierend zu beobachten, die Evolution auf der Ebene der Säugetiere hingegen eine „rein spekulative Sache“. Markus Peschl, Professor für Philosophie an der Universität Wien, stellte die verschiedenen Formen des Wissens und ihre Ansprüche einander gegenüber: Die Frage, wie etwas funktioniert, bewege sich auf einer bestimmten Ebene des Seins, die Frage des Woher und des Wohin sei aber damit noch nicht beantwortet. Eine saubere Trennung, was durch welche Art des Wissens erkannt werden kann, sei deshalb nötig. Die Kölner Biologin und Theologin Bergund Fuchs (Gustav-Siewerth-Akademie) und Carmen Czepe, Entwicklungsbiologin an der Veterinärmedizinischen Universität Wien verdeutlichten Grenzen und Möglichkeiten eines Evolutionsbegriffs, der, wenn er richtig verstanden wird, mit dem Schöpfungsbegriff nicht in Konkurrenz treten muss. Gott muss nicht als Lückenbüßer für Nicht-Beweisbares herhalten. Als Schöpfer legte er Eigengesetzlichkeiten in die Schöpfung hinein, zugleich erhält er sie in ihrem Sein. Schöpfung und Evolution seien keine exklusiven Alternativen, betonte auch Kardinal Christoph Schönborn im Gespräch mit den rund 50 jungen Wissenschaftlern. Die Vorträge werden in einer Ausgabe der IMABE-Quartalsschrift Imago Hominis publiziert.

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