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Mai 2006

Indien: Leihmütter bieten Dienste für Klienten aus Übersee an

Frauen aus Dritte Welt-Ländern werden auch beim Eizellen-Handel ausgebeutet

In Indien ist Leihmutterschaft nach einem Bericht des Nachrichtendienstes Australasian Bioethics Information (BioEdge 199, 2006) zu einem Wirtschaftszweig angewachsen. Der Umsatz beträgt jährlich 449 Millionen US-Dollar. Die Billig-Angebote von Leihmüttern sind insbesondere für Übersee-Paare mit unerfülltem Kinderwunsch attraktiv. In den USA kostet ein von einer Leihmutter ausgetragenes Kind 45.000 US-Dollar, in Indien hingegen nur 2.500 bis 6.500 US-Dollar. Befürworter aus der Ärzteschaft meinen, dass diese Art der Leihmutterschaft indische Frauen nicht ausbeuten würden, es käme auch zu keinen psychologischen Problemen, wenn Leihmütter „ihr“ Baby zurückgeben müssten. Frauen aus ärmeren Schichten und unter finanziellem Druck sehen darin eine Verdienstchance, ein Problem, das inzwischen auch den Handel mit Eizellen betrifft. Suzi Leather, Chefin der Zulassungsbehörde für künstliche Befruchtung und Embryologie (HFEA) in London zeigte sich über diese Entwicklung besorgt: „Der Handel rund um die Herstellung von Kindern ist inzwischen global, es braucht daher eine internationale Antwort auf diese Probleme“, betonte Leather. Sie sprach von einem „Handel, der zutiefst ausbeuterisch und unethisch“ ist. Die HFEA war erst kürzlich unter Druck geraten, als eine 63-jährige britische Kinderpsychologin nach einer IVF-Behandlung schwanger wurde: Die verwendeten Eizellen stammen von einer Russin, die Behandlung führte der – mehrfach kritisierte – italienische IVF-Spezialist Severino Antinori durch. Die Britin würde damit zur ältesten Mutter der Welt.

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