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Dezember 2005

Südkoreanischer Klon-Pionier Woo-Suk Hwang erneut unter Beschuss

Hwang bestreitet, Ergebnisse seiner Science-Publikation gefälscht zu haben

Der Skandal um den südkoreanischen Tierforscher Woo-Suk Hwang (53) weitet sich aus. Roh Sung Ill, Arzt und Co-Autor der im Mai in Science erschienenen bahnbrechenden Publikation zur Stammzellforschung, erklärte nun im koreanischen TV, Hwang habe die Ergebnisse seiner Studie gefälscht. Von den im Text vorgestellten Stammzellenlinien, die für elf Patienten individuell gezogen worden sein sollen, seien neun gefälscht, bei den beiden übrigen sei die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit zweifelhaft, berichtet die Tageszeitung „Die Presse“ (17.12.05). Zweifel an seinem Forschungsbericht waren laut geworden, nachdem sich einige veröffentlichte Bilder, die die Echtheit der Stammzellkulturen belegen sollten, als Duplikate erwiesen. Hwang hatte dies mit einem Irrtum erklärt und forderte „Science“ nun auf, die Veröffentlichung wegen „unverbesserlicher Fehler“ bei der Foto-Illustration zurückzuziehen. Er wolle jedoch in den nächsten Tagen beweisen, dass sein Team tatsächlich embryonale Stammzelllinien mit dem Erbgut kranker Menschen produziert habe. Seine Glaubwürdigkeit ist indes stark geschädigt. Erst im November hatte der Klon-Pionier alle öffentlichen Ämter zurückgelegt, nachdem publik wurde, dass er wider ethische Standards Eizellen seiner eigenen Mitarbeiterinnen für Klonzwecke verwendet hatte. In Südkorea gilt der Klon-Pionier als Held, da er das Land zu einem der wichtigsten Standorte für die Stammzellforschung gemacht hat. Wissenschaftler stünden unter einem enormen Druck, zu publizieren, heißt es dazu kritisch in der „Presse“. In der Stammzellenforschung gehe es nun um die Zukunft der Molekularbiologie insgesamt, die mit großen Versprechungen Interesse und Geld anlockt und schon einmal desaströs gescheitert sei. Zu Beginn der 90er Jahre hieß das Zauberwort „Gentherapie“ – der Austausch kranker Gene durch gesunde –, nach Tausenden von Experimenten gab es keinerlei Erfolg. Seitdem koche dieses Zugpferd auf kleinster Flamme, es wurde abgelöst von den embryonalen Stammzellen. „Was die wirklich können, ist unklar, private Geldgeber halten sich zurück, auch deshalb sei der Staat Südkorea stark involviert“, so der kritische Kommentar in der österreichischen Tageszeitung.

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