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Oktober 2013

Studie: Verheiratete Krebspatienten haben bessere Überlebenschancen

Unterstützung durch Ehepartner begünstigt frühere Diagnose und bessere Versorgung

Verheiratet zu sein wirkt sich offenbar positiv auf die Gesundheit aus. Laut einer im Journal of Clinical Oncology (2013; doi: 10.1200/JCO.2013.49.6489) veröffentlichten Studie haben verheiratete Krebspatienten durchschnittlich eine höhere Überlebensrate als unverheiratete.

Oft wird bei verheirateten Menschen der Krebs in einem früheren Stadium erkannt, wenn die Krankheit noch besser behandelt werden kann. Auch scheinen die verheirateten Patienten eine bessere Versorgung zu erhalten. „Wir vermuten, dass die Unterstützung der Ehepartner die Überlebenschancen sehr erhöht“, sagt Studienleiter Ayal Aizer, Radioonkologe vom Brigham and Women's Hospital in Boston. Aizer hat die Daten von fast 735.000 Patienten aus dem US-Krebsregister SEER (Surveillance, Epidemiology and End Results) analysiert, in dem auch der Ehestand der Patienten notiert wird. Die Studie umfasst die zehn häufigsten tödlichen Krebserkrankungen in den USA für den Zeitraum von 2004 bis 2008. Das sind bösartige Tumore in Lunge, Darm, Brust, Pankreas, Prostata, Leber/Gallengänge, Ovar, Ösophagus und im Kopf-Halsbereich sowie das Non-Hodgkin-Lymphome. Dabei wurden verschiedene demographische Faktoren wie Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft, Wohnverhältnisse, Ausbildung und Einkommen berücksichtigt (vgl. Pressemitteilung Dana Faber Cancer Center, online, 23. 9. 2013).

„Wir vermuten, dass die soziale Unterstützung von Ehegatten jener Faktor ist, der zu einer markanten Verbesserung der Überlebensrate führt.“ Der Ehepartner begleitet oft den Patienten auf seinen Arztbesuchen und sorgt dafür, dass der Patient die Empfehlungen des Arztes versteht und die nötigen Behandlungen auch durchführt.“ Schon bei der Diagnose gab es Unterschiede: Bei Verheirateten wurde das Krebsleiden zu 17 Prozent seltener in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Verheiratete erhielten zu 53 Prozent häufiger die von den Leitlinien empfohlene Therapie als Alleinstehende (wobei aufgrund der Daten nicht erkennbar war, ob diese Singles tatsächlich allein oder aber in einer festen Beziehung mit einem Partner zusammenlebten). Spätere Diagnose und schlechtere Therapie haben bei Krebserkrankungen häufig eine schlechtere Prognose zur Folge: Das Sterberisiko von Eheleuten war um 20 Prozent geringer.

Eine norwegische Studie hat bereits 2011 ähnliche Ergebnisse gezeigt (vgl. BMC Public Health 2011, 11:804 doi:10.1186/1471-2458-11-804). Die Sterberate von Patienten, deren Diagnose zwischen 1970 und 2007 erfolgte, war demnach bei Unverheirateten eindeutig höher – unabhängig von Alter, Bildungsstatus, Lage des Tumors, Zeit seit der Diagnose und dem Krebsstadium. Dieser Unterschied hatte in Norwegen in den 40 Jahren seit Studienbeginn im Jahr 1970 zugenommen: Die Sterbequote für ledige Männer stieg von 18 auf 35 Prozent an. Unter ledigen Frauen nahm die Sterberate von 17 Prozent auf 22 Prozent zu.

Die US-Forscher wollen ihre Studie nicht als Aufruf zur Ehe als Krebstherapie verstanden wissen. Vielmehr sollten sich Menschen bewusst werden, dass Krebskranke in ihrem Bekanntenkreis die Unterstützung ihrer Mitmenschen benötigen, um im Kampf gegen den Krebs rechtzeitig die richtigen Entscheidungen zu treffen.

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