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März 2015

Studie: Höhere Sensibilisierung für Probleme von Krebsüberlebenden nötig

Die Angst vor einem Rezidiv belastet jeden Krebspatienten

Krebs hat sich immer mehr von einem Todesurteil hin zu einer chronischen Erkrankung entwickelt. So stieg dank der Fortschritte in der Onkologie die Zahl der sog. Krebsüberlebenden in den USA von 5 Millionen in den 1980ern im Jahr 2009, für 2024 rechnet man mit 19 Millionen Krebsüberlebenden. Die 5-Jahres-Überlebensrate stieg im Schnitt von 50 auf mehr als 65 Prozent. Die sog. „Überlebenden-Betreuung“ wird damit immer wichtiger. Eine aktuell in Cancer publizierte Studie (2015; 121: 623-630) zeigt, dass viele Krebsüberlebende trotz erfolgreicher Behandlung auch Jahre später mit körperlichen, seelischen oder auch finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. „Sie haben das Gefühl, die persönliche Kontrolle verloren zu haben, ihre Lebensqualität ist reduziert, und sie sind frustriert, dass diese Probleme nicht ausreichend innerhalb des medizinischen Versorgungssystems angesprochen werden“, so Studienautorin Mary Ann Burg von der University of Central Florida.

Burg und Kollegen hatten in ergebnisoffen formulierten Fragebögen 1.514 Krebsüberlebende (die Überlebensrate lag bei 2, 5 und 10 Jahren) im Alter zwischen 24 und 97 Jahren nach ihren ungenügend behandelten Bedürfnissen und Sorgen befragt. Das Ergebnis: Am häufigsten wurden gesundheitliche Probleme (38 Prozent) und Einbußen in der Lebensqualität genannt, gefolgt von hohen finanziellen Ausgaben (20 Prozent, wobei manche Ethnien und soziale Schichten stärker betroffen waren). Allen Befragten gemeinsam war die Angst vor einem Wiederkommen des Krebses, wobei psychologische Faktoren und soziodemographische Variablen sich auf die Wahrnehmung eines Rezidiv-Risikos auswirken (vgl. Oncology Nursing News, online, 5. 3. 2015). Burg forderte eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Probleme von Krebsüberlebenden, eine ehrliche professionelle Kommunikation über die Folgewirkungen von Krebs und eine verbesserte Koordination der medizinischen Versorgung.

In Deutschland wollen die niedergelassenen Hämatologen und Onkologen ein routinemäßiges Screening auf psychosoziale Belastungen in all ihren Praxen einführen, erklärte der Vorsitzende des Berufsverbands der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (BNHO), Stephan Schmitz erklärte (vgl. Deutsches Ärzteblatt, online, 23. 2. 2015). Im Rahmen eines 5-Punkte-Plans sollen die Langzeitbelastungen von Krebspatienten untersucht und eine strukturierte Nachsorge nach abgeschlossener Therapie erarbeitet werden (Thema ‚Survivor Care‘).

Foto: © Fotolia_69719426_Photographee.eu

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