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März 2015

Aktuell: IMAGO HOMINIS widmet sich der „Kommunikation im Gesundheitswesen“

Die Lage hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr zugespitzt: Einsparungen in Krankenhäusern und Altenheimen führen zu einem enger getakteten Arbeitsalltag. Das belastet Ärzte und Pflegende. Die Frustration im Arbeitsalltag Pflegender liegt zwischen 19 Prozent (in den Niederlanden) und 49 Prozent (in Griechenland) und geht bis zur Absicht, sich im nächsten Jahr einen neuen Job suchen zu wollen (Deutschland 36 Prozent). Viele fühlen sich ausgebrannt von einem Arbeitsalltag, in dem es zu wenig Zeit für den Patienten, die Angehörigen, aber auch für eine multiprofessionelle Teamorientierung gibt. Dass Kommunikation einen direkten Faktor auf die Qualität in der Patientenversorgung darstellt, zeigen bereits zahlreiche Studien.

Doch wie kann der Schritt von der Theorie in die Praxis gelingen? Die Arbeit, Hand in Hand zum Wohle des Patienten, muss auch Angehörige mit ans Boot holen. Wie können Räume für interne Kommunikation, Wahrnehmung der Bedürfnisse des Patienten geschaffen werden, aber auch ein Wandel der Unternehmenskultur für die Voraussetzungen eines patientenorientierten Teams?

Dieser Thematik widmet sich die kommende Ausgabe von Imago Hominis mit dem Schwerpunkt: Kommunikation im Gesundheitswesen.

Institutionalisierte Gesprächsrunden, offener Informationsaustausch und ein wertschätzender Umgang im Team zwischen allen Hierarchieebenen entlasten das Team und verbessern die Patientenversorgung. Anhand eines interdisziplinären intensivmedizinischen Falls stellt daher der ehemalige Chefarzt für Anästhesie am Klinikum Lippe, Fred Salomon (Ethikberater im Gesundheitswesen, Akademie für Ethik in der Medizin) Bedingungen und Möglichkeiten vor, wie ein Konflikt im multiprofessionellen Team für alle Beteiligten positiv behandelt werden kann.

Aus Sicht der modernen Medizinethik seit Beauchamp und Childress ist der Patient ein autonomes, selbstbestimmtes Wesen und hat das Recht, selbst zu entscheiden, was mit ihm geschieht – dieses hat der Arzt zu respektieren. Doch was bedeutet dieser medizinethische Diskurs im Fall von Menschen mit fortgeschrittener Demenz? Für den Psychiater Thomas Reuster (Städtisches Klinikum Görlitz) besteht tendenziell die Gefahr, bloß leitlinien- und gesetzeskonform zu handeln, was aber einem ethischen Anspruch nicht genügen kann. An Demenz erkrankte Menschen würden mitunter nur wie „menschliche Objekte“ behandelt. In seinem Beitrag plädiert er deshalb dafür, den aktuellen Diskurs um das Prinzip „universelle Würde“ als Schutz vor Entwürdigung durch eine willkürliche Fürsorge zu ergänzen.

Der professionelle Umgang mit Angehörigen gehört zum pflegerischen Aufgabengebiet. Wie kann die Kooperation mit Angehörigen von chronisch kranken bzw. pflegebedürftigen Menschen gelingen? Die Ethikerin und Gesundheits- und Krankenpflegerin Irmgard Hofmann (München) zeigt auf, warum auch Angehörige von akut erkrankten Menschen Unterstützung brauchen und wie die Zusammenarbeit mit Angehörigen gesucht und gefördert werden kann.

Die beiden Wirtschaftswissenschafter der Universität St. Gallen, Harald Tuckermann (Institut für Systemisches Management und Public Governance) und Christian Erk (Institut für Wirtschaftsethik) zeigen auf, warum es wichtig ist, Entscheidungen in Spitälern angesichts der Komplexität und Vernetzung stärker zu strukturieren. Die Strukturierung von Entscheidungen lässt diese „erwartbar“ werden, sie schafft Sicherheit und Flexibilität, ermöglicht Verlässlichkeit und Freiheitsgrade.

Der Kommunikation mit Patienten nach einer intensivmedizinischen Behandlung geht die Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin und Ethikberaterin Jessica Knierim (Eschwege) nach. Patienten leiden in der Aufwachphase oft unter Angst- und Stresszuständen, sind desorientiert, und reagieren mitunter aggressiv. Anhand eine Fallbeispiels legt Knierim dar, welche pflegerischen Maßnahmen dem Patienten in dieser angespannten Phase Sicherheit vermitteln, Vertrauen schaffen und Ängste nehmen können.

Eine Vorschau der Imago-Hominis-Ausgabe 1/2015 mit dem Schwerpunkt „Kommunikation im Gesundheitswesen“ findet sich auf, das Einzelheft kann um 10 Euro zzgl. Versandkosten bezogen werden.

Foto: © IMABE

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