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Juni 2017

IMABE-Symposium „Dem Sterbenden begegnen“ am 10.11.2017 in Wien

Studie zeigt, dass Sterbende ihrem Tod mehrheitlich positiv entgegen sehen

So menschlich die Angst vor dem Tod ist, so wenig scheint dieses negative Bild mit der Realität von Sterbenden überein zustimmen. Sterbende selbst sehen ihrem Tod mehrheitlich positiv entgegen. Das zeigt eine aktuelle, in Psychological Science publizierten Studie (https://doi.org/10.1177/0956797617701186). Sie werden im Angesicht des Todes zunehmend gelassener, die Sterbephase wird bei vielen von einem positiven emotionalen Prozess begleitet, so das Ergebnis der aktuellen Untersuchung.

Das Team um den Psychologen Kurt Grey von der University of North Carolina hatte Abschiedsbriefe von Todgeweihten analysiert. Je näher der Todeszeitpunkt kam, desto positiver waren die Äußerungen von Todgeweihten „erfüllt von Liebe, Verbundenheit mit anderen und tiefen Gedanken“, wie die Studienautoren es ausdrücken. Als Kontrollgruppe hatten die Psychologen (gesunde) Freiwillige gebeten, sich vorzustellen, dass sie nur noch kurze Zeit leben würden, und ihre Gedanken aufzuschreiben. Deren imaginäre „letzte Worte“ waren stark von negativen Gefühlen und Gedanken geprägt.

„Derzeit hat das medizinische System zunehmend den Anspruch, den Tod zu vermeiden oder möglichst lange hinauszuzögern“, so die Psychologen abschließend. „Und das hat oft auch etwas damit zu tun, dass der Tod als etwas Furchtbares und Tragisches betrachtet wird. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass der Tod in Wirklichkeit für die Sterbenden selbst sehr viel positiver ist, als wir uns dies meist vorstellen.“

Es ist Zeit, im medizinischen Hochleistungsbetrieb eine Sprache humaner Sterbebegleitung wiederzugewinnen.

Namhafte Experten aus den Bereichen Palliativmedizin, Pflegewissenschaft, Soziologie, Palliative Care und Ethik diskutieren zu diesem Thema auf der interdisziplinären IMABE-Jahrestagung in Wien.

DEM STERBENDEN BEGEGNEN: HERAUSFORDERUNG AN MEDIZIN UND PFLEGE
10. November 2017 (9.00 bis 16.00 Uhr)

Themenschwerpunkte:

  • Was brauchen Menschen, die in ihren letzten Tagen mit ihrer Endlichkeit unmittelbar konfrontiert sind – und was brauchen jene, die sie begleiten? Welche Kompetenzen sind unter Ärzten, Pflegenden und Therapeuten nötig, um dem Sterbenden in seinen physischen und spirituellen Nöten und Ängsten zu begegnen? Welcher organisationale Rahmen ist dafür nötig? Welche Rolle können Angehörige dabei spielen?
  • Wer Menschen das Sterben erleichtern will, muss die Grenzen des Lebens anerkennen. Therapeutischer Übereifer und ein „qualitätsgesichertes Sterben“, bei dem „alles getan“ wurde, verdecken nicht selten die uneingestandene Ratlosigkeit oder Angst vor der (eigenen) Endlichkeit.
  • Worin besteht die Kunst des Sterbenlassens? Wie lassen sich ethische Konflikte im Bereich von palliativer Sedierung und freiwilligem Nahrungsverzicht auflösen? uvm.

Das Programm zum Symposium finden Sie hier, inklusive Anmeldeformular.

Tagungsort: Raiffeisen Forum, 1020 Wien, Friedrich-Wilhelm–Raiffeisen-Platz 1
Tagungsgebühr: 50 Euro
Veranstalter: IMABE – Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik in Kooperation mit der Österreichischen Ärztekammer und der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft.

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