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November 2017

Weltärztebund: Neues Genfer Gelöbnis betont Autonomie des Patienten

Mediziner versprechen, ihr Wissen zu teilen und auf ihre eigene Gesundheit zu achten

Der Weltärztebund (World Medical Association) hat das sog. Genfer Gelöbnis für Ärzte überarbeitet und auf seiner Generalversammlung in Chicago eine neue Version verabschiedet (vgl. WMA, online, 14.10.2017). Auf der ganzen Welt berufen sich Ärzte auf die Deklaration von Genf, die von ihrem Ursprung her auf den rund 2.500 Jahre alten Hippokratischen Eid zurückgeht. In vielen Ländern ist sie Teil der ärztlichen Berufsordnung, in manchen hat sie sogar Gesetzescharakter. Der Weltärztebund rechnet damit, dass die überarbeitete Fassung weltweit als ethischer Kodex für alle Ärzte anerkannt wird. Schon mehrfach wurde der Text überarbeitet – zuletzt 2006.

Die Neufassung zielt laut Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Deutschen Bundesärztekammer, nun „stärker als zuvor auf die Autonomie des Patienten ab“ und auf die Achtung seiner Würde (vgl. Spiegel, online, 20.10.2017). Hinzugefügt wurde auch die Verpflichtung für Ärzte, ihr Wissen zum Wohl der Patienten und zur Förderung der Gesundheitsversorgung mit ihren Kollegen zu teilen – und sich auch um ihre eigene Gesundheit zu kümmern. Die Änderungen waren von einer internationalen Arbeitsgruppe unter Leitung der Deutschen Bundesärztekammer zwei Jahre lang vorbereitet worden. In Österreich und Deutschland werden weder der Eid noch das Genfer Gelöbnis bei der Promotion verpflichtend geleistet, es gibt jedoch Länder, z. B. die USA, in denen eine eigene Eidzeremonie existiert.

Der Stand der Ärzte habe sich wie kein anderer Berufszweig seit jeher um eine standesgemäße Berufsethik bemüht. Das liege daran, dass Ärzte ihre Tätigkeit nicht nur als Anwendung eines rein naturwissenschaftlich ausgerichteten Wissens und Könnens angesehen haben, sondern als Kunst, in der die sittlich-ethische Verantwortung für den Patienten als Menschen zentral ist, betont IMABE-Direktor Johannes Bonelli. Auch wenn der konkrete Inhalt des Gelöbnisses den meisten Ärzten nicht präsent sei, besitze er eine gewisse innerliche Aktualität im ärztlichen Bewusstsein und werde in medizinethischen Diskussionen als ethische Richtlinie beziehungsweise Ehrenkodex argumentativ angeführt, so der Internist.

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