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November 2006

IMABE-Gespräch: Religionsphilosophin warnt vor Aushöhlung des Person-Begriffs

Gerl-Falkovitz plädiert für ein leibfreundlicheres und frauengerechteres Denken

Personen werden heute zu Dingen degradiert, das Kind, der alte Mensch oder auch der Partner „entsorgt“, wenn er nicht mehr ins Zweckregime passt. Die Dresdner Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz warnte vor dieser erschreckenden Aushöhlung des Personenbegriffs, der in der Praxis einen direkten Angriff auf die Menschenwürde darstellt. „Wir sind dabei, eine der größten Errungenschaften des Christentums über Bord zu werfen“, betonte Prof. Gerl-Falkovitz im IMABE-Expertengespräch zur Geschlechterfrage. Der Verlust der Anthropologie der Person habe auch Auswirkungen auf das Geschlechterdenken, wo die Philosophin eine „eigenartige Leibferne“ konstatiert. Es sei zu fragen, ob man sich noch weiter eine „frauennegierende Haltung“ leisten wolle, in der Mutterschaft als Zwangsjacke definiert und Eros auf Sexualität reduziert wird. Zweifelsohne sei die Gleichstellungspolitik wichtig, wenn es um Rechte gehe wie Chancengleichheit und Gleichberechtigung, „nicht aber, wenn sie Lebenswelten abgleicht.“ Aufgabe des Staates sei es, die Person und ihre Rechte zu schützen, nicht aber den Menschen nach eigenen Interessen durchzudefinieren. Wer Person oder was eine Familie ist, sei „vorpolitisch“ bestimmt und liege „nicht in der Definitionshoheit des Staates“, betonte Gerl-Falkovitz.

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