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März 2007

Imago Hominis: Schweizer Theologe kritisiert scharf Intelligent Design

Naturwissenschaftlich nicht ernstzunehmend, philosophisch schwach und theologisch unhaltbar

Gegen eine unzulässige Vermischung von Naturwissenschaft und Theologie, wie sie in der Theorie des Intelligent Design vertreten wird, wehrt sich der Schweizer Theologe und Philosoph Martin Rhonheimer von der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom. In der kommenden Ausgabe der Fachzeitschrift Imago Hominis (Anfang April) publiziert Rhonheimer einen Artikel, den er zunächst als Brief an den Wiener Kardinal Christoph Schönborn sandte. Die kritische Auseinandersetzung mit Schönborns Argumentation wird nun mit ausdrücklicher Zustimmung des Kardinals veröffentlicht. Rhonheimer hält darin ein philosophisches Plädoyer für die Vereinbarkeit von neodarwinistischer Evolutionstheorie und christlichem Schöpfungsglauben. In der Natur gäbe es keine beobachtbaren Pläne noch Absichten, „sondern höchstens das Produkt davon“. Daher sei es verfänglich, das Wort design für eine innerhalb der Natur wirkenden Intelligenz zu verwenden, durch die naturwissenschaftliche Entwicklungen erklärt werden sollen. In der Logik der klassischen Metaphysik genügt es, eine Ursache anzunehmen, die außerhalb der Natur situiert ist, nicht in die Naturprozesse selbst eingreift, „sondern die Natur als Ganzes konzipiert hat“, argumentiert der Thomist und betont damit, dass zwischen Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube kein Widerspruch besteht. Kritik an der Evolutionstheorie übt der Biologe Roland Süßmuth (Gustav-Siewerth-Akademie). Die Herausgeber von Imago Hominis folgern, dass die Theorie der Makroevolution nicht die Mindestanforderung der modernen Wissenschaftstheorie seit Karl Popper erfüllt. Die Biologen machen sich trotzdem für sie stark, weil es derzeit keine Alternativen dafür gibt.

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