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Mai 2007

Studie: Anstieg von psychischen Problemen bei Jugendlichen

Hauptrisikofaktoren sind „ungünstiges Familienklima“ und sozial benachteiligtes Milieu

Kinder und Jugendliche in Deutschland haben immer häufiger psychische Probleme. Das geht aus einer aktuellen Studie „KiGGS“ des Robert Koch-Instituts zur Kinder- und Jugendgesundheit hervor. Demnach sind 21,9 Prozent der Sieben- bis 17-Jährigen psychisch auffällig. Zehn Prozent leiden unter Ängsten, 5,4 Prozent unter Depressionen, 7,6 Prozent haben ein gestörtes Sozialverhalten. Eines der häufigsten chronischen Gesundheitsprobleme von Heranwachsenden sind Essstörungen. 21,9 Prozent der 11- bis 17-Jährigen sind davon betroffen, Mädchen (28,9 Prozent) sehr viel häufiger als Buben (15,2 Prozent). Hauptrisikofaktoren für psychische Gesundheitsprobleme von Kindern sind laut Studie ein „ungünstiges Familienklima“ und ein „niedriger sozioökonomischer Status“. Zwischen sinkenden sozialen, familiären und emotionalen Schutzfaktoren und dem gesundheitlichen Risikoverhalten seien „deutliche Zusammenhänge zu erkennen“, warnt Studienleiterin Bärbel-Maria Kurth, Leiterin der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung am Robert Koch-Institut. Kurth spricht von einer „neuen Morbidität“, die vorrangig von Störungen der Entwicklung, der Emotionalität und des Sozialverhaltens bestimmt sei. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist eine deutliche Verschiebung von akuten zu chronischen Erkrankungen bei Minderjährigen. Zu den häufigsten chronischen Krankheiten gehören Bronchitis (13,3 Prozent) und Neurodermitis (13,2 Prozent). 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen gelten als übergewichtig. Mit dieser Studie legte das Robert-Koch-Institut einen Überblick über den körperlichen und seelischen Zustand von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichem sozialen Hintergrund zwischen null und 17 Jahren auf Basis von Befragungen und medizinischen Untersuchungen einschließlich Laborbefunden vor. Von 2003 bis 2006 nahmen fast 18.000 Kinder und Jugendliche an der im Mai 2007 veröffentlichten Studie teil. Erstmals sei es auch gelungen, repräsentative Daten für Personen mit Migrationshintergrund zu erheben. Studienleiterin Kurth betont, dass bis auf wenige Ausnahmen Kinder aus sozial benachteiligten Familien in allen gesundheitlichen Problemfeldern schlechtere Ergebnisse aufwiesen. Auch Verhaltensauffälligkeiten und Essstörungen seien bei ihnen öfter anzutreffen.

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