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September 2007

Studie: Hohes Komplikationsrisiko bei künstlicher Befruchtung

Gesundheitsrisiken bei Kindern von subfertilen Paare noch kaum erforscht

Die Komplikationsrisiken während und nach einer durch künstliche Befruchtung erzielten Schwangerschaft sind gegenüber einer natürlichen Empfängnis deutlich erhöht. Das zeigt ein Übersichtsartikel von Alastair Sutcliffe vom Institute of Child Health am Londoner University College und Michael Ludwig vom Hamburger Endokrinologikum, der kürzlich im Lancet veröffentlicht wurde (2007; 370: 351-359). Die Mediziner überprüften zwischen 1980 und 2005 veröffentlichte Daten zur In-vitro-Fertilisation (IVF) sowie zur intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI), wobei sie für ihre Zusammenstellung 3980 Artikel analysierten. Bei künstlicher Befruchtung gibt es offensichtlich eine Reihe ART(assistierte Reproduktionstechnik)-spezifischer Risiken. Die Raten spontaner Fehlgeburten bei ART-Paaren liegen im Vergleich zu Paaren mit spontanen natürlichen Schwangerschaften um 20 bis 34 Prozent höher – dies wohl auf Grund des generell höheren Alters der ART-Paare, endokriner Störungen, organischer Missbildungen und des Ausmaßes der ovariellen Stimulation. Bei Paaren mit künstlicher Befruchtung besteht ein zweieinhalb Mal höheres Risiko für Totgeburten, ein dreimal so hohes Risiko für erheblich verringertes Geburtsgewicht sowie ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko für im Vergleich zum Schwangerschaftsalter zu kleine Babys. Die In-vitro-Fertilisation wird seit nahezu dreißig Jahren eingesetzt; in Industrieländern geht inzwischen mindestens ein Prozent der Geburten auf assistierte Reproduktionstechniken zurück. Über die gesundheitliche Situation der Kinder ist jedoch nur wenig bekannt, konstatieren die Autoren. Diese müssten umfassend erforscht werden, da etliche Risiken für nach einer künstlichen Befruchtung geborene Kinder nicht aus den Techniken selbst, sondern aus dem biologischen Hintergrund des subfertilen Paares resultieren. Kinder aus künstlichen Befruchtungen sollten deshalb über einen langen Zeitraum nachuntersucht werden, bis zu ihrer Geschlechtsreife und darüber hinaus, folgern die Wissenschaftler.

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