Startseite   Das Institut   Mitarbeiter   Sponsoring   Kontakt/Impressum   Login   Suche
Oktober 2007

Aktuell: Imago Hominis befasst sich mit OGH-Urteil „Kind als Schaden“

Unrechtsbewusstsein nach 30 Jahren Fristenlösung „verdunstet“

Um das Thema „Kind als Schaden“ geht es in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift Imago Hominis, die sich den teils widersprüchlichen Urteilen des Obersten Gerichtshofes zum „wrongful birth“ widmet. Jenen Fällen also, in denen es wegen des mutmaßlichen Mangels an ärztlicher Aufklärung zur Geburt eines Menschen kommt, der, wenn die Aufklärung „gestimmt“ hätte, „rechtzeitig“ abgetrieben hätte werden können. IMABE-Geschäftsführer Enrique Prat hält dazu im Editorial fest: „Besonders furchtbar ist das Schicksal des Kindes, das eigentlich gegen den Willen der Eltern einer Abtreibung entkommen ist; furchtbar, weil es in seiner Würde verletzt wird und als ungewollter Schaden gebrandmarkt wird. Völlig absurd ist die Lage des Arztes, der gerichtlich verurteilt wird, weil er – absichtlich oder unabsichtlich – das Leben eines unschuldigen Menschen rettet. Ganz abwegig ist aber die Haltung der Zeuger, die für die Weitergabe des Lebens unreif sind.“ Dass es heute fast undenkbar scheine, dass ein unbedingtes Recht auf Lebensschutz jemals durchsetzbar sein wird, sei „ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, die nicht mehr bereit ist, sich für ihre schwächsten Mitglieder einzusetzen“, kritisiert Prat und spricht von einer „Verdunstung des Unrechtsbewusstseins nach 30 Jahren Fristenlösung“. Drei Juristen (M. Memmer, J. Zemanek und T. Piskernigg) diskutieren kritisch die vorgebrachten Standpunkte zur „Kind als Schaden“-Thematik und stellen auch Fälle aus anderen europäischen Ländern dar, wobei Piskernigg einen Ausweg aus dem Dilemma aufzuzeigen sucht. In den darauffolgenden Diskussionsbeiträgen werden drei Aspekte behandelt: K. Radner, Frauenarzt, bewertet die schwierige Lage des Gynäkologen in der Beratungssituation; K. Praniess-Kastner, Gemeinderätin und Wiener VP-Behindertensprecherin, stellt die Implikationen des „Kind als Schaden“-Urteils für den Umgang mit Behinderten dar, und schließlich zeigt W. Dorner, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, den Widerspruch zwischen dem OGH-Erkenntnis und der ärztlichen Ethik auf. Die Imago Hominis-Ausgabe 3/2007 mit dem Schwerpunkt „OGH-Urteil Das Kind als Schaden“ findet sich unter http://www.imabe.org/index.php?id=imagohominis und kann als Einzelheft um EUR 10,– bezogen werden.

^ Seitenanfang

<< voriger Monat   nächster Artikel >   nächster Monat >>