Startseite   Das Institut   Mitarbeiter   Sponsoring   Kontakt/Impressum   Login   Suche
Februar 2008

AIDS: Keine Infektionsgefahr für Infizierte in medizinischer Behandlung innerhalb fester Beziehung

Kondomgebrauch zwecks Infektionsschutz nicht nötig, so Schweizer Kommission

Die Eidgenössischen Kommission für Aidsfragen (EKAF) bricht ein Tabu: In einem in der Schweizerischen Ärztezeitung publizierten Artikel stellt sie fest, dass HIV-Infizierte, sofern sie drei strikte Bedingungen erfüllen, nach heutigem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis nicht mehr infektiös seien und deshalb innerhalb einer treuen, festen Beziehung keine Kondome zum Schutz des Partners gebrauchen müssen. Unter optimalen Voraussetzungen kann ein Paar, bei dem ein Partner HIV-infiziert ist, normalen Geschlechtsverkehr haben, so der Infektiologe Professor Pietro Vernazza vom Kantonspital St. Gallen, der mit dieser Aussage weltweit für Aufsehen gesorgt hat. Optimale Voraussetzung bedeute: eine stabile HIV-Behandlung („antiretrovirale Therapie“ ART inklusive regelmäßiger ärztlicher Kontrolle), kein Aids-Erreger im Blut seit mindestens sechs Monaten nachweisbar, keine Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STD). Die Autoren betonen, dass diese drei Bedingungen vollumfänglich erfüllt sein müssen. Nur wenn alle diese Voraussetzungen gegeben seien, könne laut allen verfügbaren wissenschaftlichen Daten eine HIV-infizierte Person als nicht infektiös gelten. Wie das Schweizer Bundesamt für Gesundheit in einem kurzen Kommentar betont, ändere sich damit nichts an den Regeln der HIV-Prävention für die Allgemeinbevölkerung, da diese neue Information nur für jene Personen gültig sei, die seit Monaten eine wirksame und kontrollierte Therapie erhielten – und deren Partner oder Partnerin dies ganz sicher weiß. Aids-Experte Vernazza zeigte sich trotz aufflammender Kritik an der „guten Nachricht“ überzeugt, dass zumindest die europäischen Länder in ein bis zwei Jahren dem Beispiel der Schweiz folgen werden. Bei einer unehrlichen Information stehe die Glaubwürdigkeit auf dem Spiel und dies gefährde die Prävention, so Vernazza. Für die Aussage „HIV-infizierte Menschen ohne andere STD sind unter wirksamer antiretroviraler Therapie sexuell nicht infektiös“ seien wissenschaftliche Faktenlage und Evidenz viel besser als zu Beginn der Forschung, betonen die Autoren.

^ Seitenanfang

<< voriger Monat   < voriger Artikel   nächster Artikel >   nächster Monat >>