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März 2008

Euthanasie: Votum für aktive Sterbehilfe in Luxemburg ist ein „fatales Signal“

Fehlende Palliativversorgung spielt Euthanasie-Lobby in die Hände

Nach Holland und Belgien hat nun als dritter Staat weltweit Luxemburg im Februar mit knapper Mehrheit die Zulassung der aktiven Sterbehilfe bzw. Beihilfe zum Selbstmord beschlossen. Voraussetzung ist, dass ein unheilbar kranker und unerträglich leidender Patient freiwillig, überlegt und wiederholt schriftlich den Willen zur Beendigung seines Lebens bekundet. „Um diesen unheilvollen Trend aufzuhalten, muss massiv in die Palliativversorgung investiert werden“, fordert IMABE-Leiter Johannes Bonelli, Direktor des Wiener Krankenhauses St. Elisabeth und Vorreiter der Palliativmedizin in Österreich. Das Problem liegt laut Bonelli darin, dass „die Palliativmedizin, also die medizinische Betreuung von unheilbar Kranken vernachlässigt“ werde verglichen mit der „Extrem-Medizin, wo massiv technische Methoden und teure Medikamente angewendet werden, um minimale Lebensverlängerung zu erreichen.“ Es sei „Aufgabe medizinischer Versorgung, Lebensqualität zu erhalten und Schmerzen zu lindern“, betont Bonelli. Die Deutsche Hospiz Stiftung (DHS) kritisierte die Entscheidung Luxemburgs als „fatales Signal“. Laut jüngsten Erhebung der Deutschen Hospiz Stiftung würden nur 4,1 Prozent der jährlich etwa 820.000 Sterbenden in Deutschland eine ärztliche Palliativversorgung erhalten. Der tatsächliche Bedarf liege nach Schätzungen jedoch bei 40 bis 60 Prozent, sagte der Geschäftsführende Vorsitzende der Stiftung, Eugen Brysch, wie das Deutsche Ärzteblatt (26. 02. 2008) berichtet. Die Pflege und medizinische Versorgung am Lebensende könnten nicht nur Ehrenamtliche leisten, mit dieser Ansicht lägen viele Politiker falsch, betonte Brysch. In Österreich ist die Lage ähnlich: Derzeit werden laut Österreichischer Palliativgesellschaft (OPG) 90 Prozent der Hospizarbeit von etwa 3.000 ehrenamtlich Tätigen geleistet. Sowohl Österreich als auch Deutschland warnen, dass ein fehlender Ausbau der Palliativversorgung der Euthanasie-Lobby, die eine Legalisierung aktiver Sterbehilfe fordert, in die Hände spiele. Die katholische Kirche in Luxemburg bekräftigte ihre Ablehnung der aktiven Sterbehilfe. Die Erfahrungen aus den Niederlanden und Belgien belegten, dass mit der Liberalisierung der Sterbehilfe dort ein „nicht mehr aufzuhaltender Missbrauch in Gang gesetzt“ sei, betonte der Erzbischof von Luxemburg, Fernand Franck.

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