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Gender (Imabe-Info 4/08)

Der Begriff Gender

Im Englischen gibt es, im Gegensatz zum Deutschen, zwei Wörter, die Geschlecht meinen. Der eine bezieht sich auf das biologisch-natürliche Geschlecht. Dieses wird mit dem Begriff sex bezeichnet. Der Mensch ist von Natur aus entweder Mann oder Frau, er hat also ein von der Natur aus bestimmtes sexuelles Geschlecht. Der Begriff gender stammt ursprünglich aus der Sprachwissenschaft und meint im Englischen das grammatikalische Geschlecht: männlich und weiblich (dt. auch sächlich). Ein Gegenstand bekommt durch Sprache ein grammatikalisches Geschlecht zugeordnet. Sprachliche Grammatik und Wirklichkeit dürfen auseinanderklaffen (Beispiel: Die Meise kann auch männlich sein.). In den Sozialwissenschaften soll mit der Unterscheidung von sex und gender ein Instrumentarium gewonnen werden, um Rollenverhalten, -erwartungen oder -fixierungen, die allein aufgrund des biologischen Geschlechts gesellschaftlich zugeschrieben werden, kritisch zu beleuchten und gegebenenfalls zu überwinden. Positiv ist dem Gender-Begriff abzugewinnen, dass es nicht um reine Frauenpolitik geht, sondern die Männer mit ins Boot geholt werden sollen.

Die Gender-Theorien

Die Gender-Theorie spitzte sich unter Einfluss der amerikanischen Sprachwissenschaftlerin Judith Butler zu: Selbst das biologische Geschlecht, die Sexualität eines Menschen, sei nicht angeboren, sondern konstruiert. Dementsprechend könne das Geschlecht aufgeweicht, dekonstruiert, unterlaufen, subversiv ausgehöhlt werden. In Wahrheit sei die geschlechtliche Dimension des Menschen ein Phantasma, ein „freischwebendes Artefakt“ (Butler). Das Geschlecht habe nichts mehr mit Vorgabe der Leiblichkeit und Aufgabe an die Person zu tun, sondern sei ein „selbstproduziertes Phänomen“, das erst durch Eingewöhnung und Wiederholung als sprachliche Wirklichkeit gestiftet wird, so Butler. Butler radikalisierte somit Simone de Beauvoirs (1908 – 1986) „leibvergessenes Denken“ (Gerl-Falkovitz). Es gehe nun nicht mehr um eine „Vermännlichung“ der Frau (Beauvoir), sondern darum, dass „Sexualität nicht mehr gegeben, sondern konstruiert“ sei. Nichts ist mehr Natur, alles ist Konstrukt.

Diese These blieb innerfeministisch nicht unwidersprochen. Das Dilemma liegt auf der Hand: Wenn just das Geschlecht kein wesentliches Merkmal der Person sein darf: Worauf berufen sich dann politische Forderungen? Es gibt ja dann gar keine ‚echten’ Frauen und keine ‚echten’ Männer mehr. Dennoch knüpfte Butler und in ihrem Gefolge zahlreiche Feministinnen klare Forderungen an diese Theorie: Im Sinne der Humanität sollte man jedem Individuum die freie Wahl seines Geschlechts überlassen, meint sie, es dürfe keine „zwangsweise heterosexuelle Zuordnung“ aufgrund biologischer Merkmale erfolgen. Um emanzipatorisch weiterzukommen, sei ein subjektives und offen pluralistisches Geschlecht zu „inszenieren“. Das impliziert Fragen anthropologischer, sozial-ethischer und gesellschaftspolitischer Natur: Haben wir eine geschlechtliche Identität? Oder gibt es nur Neigungen, Vorlieben und Praktiken? Ist es angebracht, die biologische Unterscheidung der Geschlechter zu relativieren, überhaupt nur noch von „fließenden Identitäten“ zu sprechen? Warum ist Mutterschaft und Vaterschaft ein blinder Fleck in dieser Theorie? Und wenn es gar keine „echten“ Frauen mehr gibt: wer ist dann Subjekt der politischen Forderungen einer Frauenpolitik?

Der geschlechtslose Mensch

Mit der Idee eines sozial konstruierten Geschlechts, das in keinem Zusammenhang mit biologischen Vorgaben steht, wurden alte Themen der Frauenrechtsbewegung neu definiert, die Thesen verschärft. Erst, wenn die menschliche Biologie für Null und Nichtig erklärt wird, seien Frauen von der Bürde der Mutterschaft befreit. Das Streben radikal-feministischer Denker fordert nicht bloß Gleichberechtigung oder Gleichstellung von Mann und Frau, sondern eine völlig neue Gesellschaft ohne soziale Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Ziel sei nicht bloß Emanzipation, ein sich arrangieren zwischen Frauen und Männern, sondern die Aufhebung des Geschlechts, die Schaffung eines neuen, geschlechtslosen Menschen, der alleine Basis für eine herrschaftsfreie Gesellschaft sein könne. Soweit die Theorie, die im Wesentlichen auf Quellen des Marxismus (Friedrich Engels, Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates, 1884), Existenzialismus (Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht, 1949) und Konstruktivismus (Judith Butler, Das Unbehagen der Geschlechter, 1991) zurückgeht. Beauvoir verlangte eine „Vermännlichung“ der Frau im Sinne bindungsloser Selbstbestimmung. Das bedeutet einerseits Verweigerung eines (ungewollten) Kindes; Abtreibung zählt sie zu den „Errungenschaften“ einer Frauenbefreiung. Das bedeutet aber auch wechselnde sexuelle Beziehungen, auch gleichgeschlechtlicher Art, im Sinne einer „Freiheit“ von bürgerlichen Zwängen, insbesondere der Ehe. Der Satz von Beauvoir, man werde nicht als Frau geboren, sondern zur Frau gemacht, soll bei Gender im Umkehrschluss zum Zuge kommen und politisch durchgesetzt werden: Jeder soll zukünftig gemäß seiner subjektiven Empfindung bestimmen, ob er oder sie Mann oder Frau ist.

Gender und Politik

Den internationalen Durchbruch schaffte der Genderbegriff auf der UN-Weltfrauenkonferenz in Peking 1995, nicht ohne vorherige heftige Debatten. Kritik kam vor allem von Seiten der Entwicklungsländer und Pro-Familien-NGOs, die sich von einem kolonialistisch auftretenden Feminismus in ihren Frauenanliegen nicht vertreten sahen. In der Charta der Grundrechte der Europäischen Union, proklamiert in Nizza am 7. 12. 2000, wurde aus der Forderung nach Gleichberechtigung die Forderung nach Gleichheit: Im Artikel 23 heißt es, dass „die Gleichheit von Männern und Frauen in allen Lebensbereichen“ sichergestellt werden müsse. Im Jahr 2000 entstanden auf EU-Länderebene eigene Einrichtungen zur Verankerung der „Gender Perspective“. Gender-Mainstreaming bezeichnet den Prozess einer breiten kulturellen, Ideologie übergreifende Durchsetzung der Gender-Theorien in Gesellschaft und ihren Strukturen. Es gehe dabei um die Strategie, die geschlechtsspezifischen Ausgangspositionen und Folgen einer Maßnahme zu bestimmen (vgl. www.gender-mainstreaming.net). Wo Frauen oder Männer dadurch benachteiligt werden, müsse man entsprechend entgegenwirken. Allerdings herrscht auch Verwirrung, was Gender Mainstreaming im Detail bedeuten soll. „Auch unter ExpertInnen ist noch längst nicht alles klar. Die Interpretationen sind vielfältig: Die Auffassungen reichen von der Ansicht, dass GeM eine Strategie ohne Ziele sei, bis hin zur Behauptung, dass die EU keine Ziele vorgegeben habe und gerade diese Beliebigkeit den Charme des Konzeptes ausmache“, heißt es etwa unter www.erwachsenenbildung.at. Manche wollen den Gender-Begriff überhaupt wieder abschaffen, eine Forderung, deren Umsetzung derzeit mehr als unwahrscheinlich scheint.

Ein Akzent zur Frauenförderung im Rahmen des GeM kann bis heute nicht geleugnet werden, da vielfach Mannsein und männliches Rollenverhalten zum Maß genommen wird, am Arbeitsmarkt ebenso wie beispielsweise in der Medizin. In der Schulbildung hingegen lässt sich tendenziell eine Verweiblichung der Pädagogik (nicht selten mangels männlicher Lehrervorbilder) feststellen. Generell lässt sich sagen, dass die Gender-Theorie, je näher sie naturwissenschaftlichen Bereichen angesiedelt ist, vor allem die Unterschiede der Geschlechter in den Blick nimmt (Medizin, Biologie, Genetik, Psychologie), um Frauen und Männer gerechter zu werden. Im Bereich der Geisteswissenschaften (Sprachwissenschaften, Philosophie, Soziologie) hingegen wird vielfach die Aufhebung von Geschlechterunterschieden bzw. unterschiedlichem Verhalten propagiert. Dieser Widerspruch ist auffällig, wird aber noch kaum thematisiert.

Kritik an Gender: Der moralistische Trugschluss

Die Befürchtung, dass Anlageunterschiede dazu missbraucht werden können, Frauen zu diskriminieren, sie als minderwertig anzusehen, ist – leider immer noch – berechtigt. Wertung hängt mit Kultur zusammen. Und leider werden in vielen Kulturen typisch weibliche Eigenschaften und Frauen eher abgewertet, während Tätigkeiten allein schon dadurch ein höheres Prestige erhalten, dass sie von Männern ausgeübt werden. Hier wird das Verhältnis zwischen natürlichem Geschlecht (sex) und Geschlechterrolle (gender) in ein simples Klischee gepresst unter dem Motto: Die Biologie legt soziale Rollen fest, das Individuum ist darin moralisch festgeschraubt, es soll sich in diese „Natur“ einfügen. Zumindest in der Theorie sind diese Modelle, die einem „naturalistischen Trugschluss“ aufsitzen, weitestgehend überholt. Inzwischen hat das Pendel aber auf die andere Seite ausgeschlagen. Aus dem denkbar positiven Motiv, Diskriminierungen den Boden unter den Füßen wegzuziehen, fiel man nun in einen „moralistischen Trugschluss“ (Bischof 1996), diesmal unter dem Motto: Geschlechtsunterschiede darf es nicht geben, sie könnten sonst zur Legitimation von Diskriminierung herangezogen werden.

Grundlagen der Geschlechterdifferenz

Die leiblichen Grundlagen der Geschlechtlichkeit genauer zu betrachten ist lohnend unter der Voraussetzung, dabei nicht in einen plumpen Biologismus zu verfallen. In der sozialkonstruktivistischen Gender-Theorie wird die „natürliche“ Basis konsequent ausgeblendet. Welche Faktoren der „natürlichen Basis“ zur Erklärung eines Unterschiedes der Geschlechter in Frage kommen, wollen wir im Folgenden untersuchen. In der Humanbiologie unterscheidet man fünf Ebenen der Geschlechtsentwicklung:

a) Genetisches Geschlecht: Das Geschlechtschromosomenpaar ist bei Mann und Frau verschieden: das männliche XY steht dem weiblichen XX gegenüber. Eizellen sind immer vom Typ X, während Spermazellen X oder Y sein können. Das hat die Konsequenz, dass das Erbgut des Vaters darüber entscheidet, ob ein Sohn oder eine Tochter entsteht.

b) Gonadales Geschlecht: Die morphologische Entwicklung der inneren Geschlechtsorgane beginnt ab der 7. Woche der Schwangerschaft, die Differenzierung ist genetisch induziert (Y-Chromosom) und hormonell gesteuert. Die Geschlechtsdifferenzierung verläuft nur bis zur Bildung der Gonaden unter dem unmittelbaren Einfluss der Gene. Sobald die Gonaden ausgebildet sind, erfolgt die weitere Differenzierung allein aufgrund der Hormonwirkung (Testosteron bzw. Östrogen und Progesteron).

c) Morphologisches Geschlecht: wird rein durch die äußeren sichtbaren Geschlechtsmerkmale (Genitalien) definiert.

d) Zerebrales Geschlecht: Die anatomischen Unterschiede in der Gehirnstruktur geben inzwischen Hinweise darauf, welche Bereiche bei bestimmten Verhaltensbereitschaften eine Rolle spielen. Es sind dies der Hypothalamus, das limbische System und das Corpus callosum. Frauen und Männer aktivieren, so jüngste Studien, bei der Lösung der gleichen Aufgaben verschiedene Bereiche des Gehirns.

e) Geschlechtspezifische soziale Verhaltensdisposition: Menschliche Föten, die androgenetischen Substanzen ausgesetzt waren, entwickelten nach der Geburt eine erhöhte Aggressivität. Diese Befunde legen nahe, dass Hormone Einfluss auf die sozialen Verhaltensweisen haben. In der Vergangenheit wurde Frauen, die zu spontanen Fehlgeburten neigten, ein synthetisches Östrogen verabreicht (Diethylstilbestrol). Wenn diese Frauen einen Buben zur Welt brachten, zeigte dieser häufig ein eher mädchentypisches Verhalten – inszenierte beim Symbolspiel beispielsweise soziale Themen oder kümmerte sich fürsorglich um Puppen. Das ist ein weiterer Anhaltspunkt dafür, dass der Hormonspiegel das Einfühlungsvermögen beeinflusst.

Geschlechtsspezifische Dispositionen

Psychologische Untersuchungen, die die Kommunikation und Sprachfähigkeit, Gruppenstruktur, Konfliktbewältigung und Aggression, Spielverhalten, Empathie und Beziehung, Gewalt oder Begehren der beiden Geschlechter vergleichen, verweisen auf signifikante Unterschiede zwischen Mädchen und Buben bzw. Frauen und Männern (Doris Bischof-Köhler, Von Natur aus anders, 3. Aufl. 2006) Dabei wird deutlich,. dass sich die Unterschiede im Verhalten der beiden Geschlechter nicht allein aus Kultur und Erziehung erklären lassen. Offenbar spielt auch der Faktor Biologie eine Rolle. Bestimmte Verhaltensweisen, Neigungen und Veranlagungen entsprechen einer leiblichen Grundlage, wobei eindeutig festzuhalten ist, dass im geschlechtstypischen Verhalten und Erleben der Individuen – einmal stärker, einmal schwächer ausgeprägt – sowohl „männliche“ und „weibliche“ Züge zu finden sind. Interessanter ist aber auch die umgekehrte Schlussfolgerung der Psychologin: Rollenerwartungen werden nicht nur von außen an Bub/Mann – Mädchen/Frau herangetragen, sondern durch spontanes Verhalten des jeweiligen Geschlechts ermutigt. Es sind letztlich die „Vorgaben“, die den interaktiven Prozess (Sozialisation – Disposition) anstoßen und in eine bestimmte Richtung lenken.

Anthropologie der Geschlechterdifferenz

Die herrschende Kultur meint, nur in der Überwindung der Unterscheidung „Männlich-Weiblich“ das Menschliche bereichern zu können. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. In Ermangelung einer theoretischen und kulturellen Aufarbeitung der Geschlechterdifferenz entsteht eine zunehmende Mutterzentriertheit der Familien und eine Entmännlichung des Mannes, gleichzeitig kommt es vermehrt zu Grenzpersönlichkeiten, die am Fehlen einer klaren Geschlechteridentität und an einer geeigneten Beziehungsfähigkeit leiden. Der Neofeminismus hat diese Negativentwicklungen zum Teil erkannt. Psychologie lässt sich nicht auf Biologie reduzieren, aber dass Biologie und Psyche nichts miteinander zu tun hätten, hieße einem Dualismus das Wort reden, der bereits überholt ist. Vorgabe ist nicht Fixierung, Vorgabe ist Aufgabe. Der Leib ist nicht geschlechtsneutral, a-sexuell. Menschliche Person zu sein, heißt, Frau oder Mann zu sein. Was sagt uns die menschliche Leiblichkeit über die Person und ihre Beziehung zu anderen Personen?

Bei Gender nehmen wir eine Philosophie wahr, die den Leib abwertet und damit das Subjekt in seiner Identität. Natürlich bedeutet der Leib Grenze. Wir müssen uns nach dem Sinn dieser Grenze fragen. Für Butler ist die Grenze ins Sinnlose verrutscht, jeder muss alle (sexuellen) Möglichkeiten ausschöpfen. Die Geschlechtlichkeit macht dem Menschen wie kein anderes Merkmal deutlich, dass er – als Mann, als Frau – nie alle Seinsarten in sich selbst auszuschöpfen vermag. Frau zu sein oder Mann zu sein, ist nie bloß ein rein biologisches Faktum. Es hat für den Menschen eine tiefe existentielle Bedeutung: Es ist Symbol dafür, dass Dasein „Für-Sein“ heißt, „Für-einander-da-sein“. Vielleicht liegt da der Grund, warum in einer postmodernen, individualistischen Gesellschaft gerade das Geschlecht Zielscheibe der Ideologie geworden ist. Geschlecht ist ein Verweis auf Bindung - einerseits dafür, selbst gebunden zu sein: Wir haben uns nicht selbst gemacht, wir sind an unseren Leib gebunden. Andererseits ist der Leib auch Erinnerung daran, dass wir an andere gebunden sind, auch wenn wir Entbundene sind, aus dem Schoß unserer Mutter.

Ausweg und Forderungen

Angesichts der Verwirrung rund um den Gender-Begriff, der zur beliebig verwendbaren Etikette ohne Inhalt zu verkommen droht, besteht die Aufgabe darin, „Gender“ neu zu füllen. Die Frage ist, wie, wozu sich folgendes zusammenfassen lässt:

a) Klare Begrenzung: Der Begriff „Gender“ kann begrenzt angewendet werden. Er kann hilfreich sein als Ausdruck für kulturelle Aspekte, die die Zuordnung von Funktionen von Frau und Mann im gesellschaftlichen Kontext bestimmen. Historische, sozial bedingte Benachteiligungen von Frauen gibt es – leider immer noch: Sie können anhand dieses Begriffs zumindest teilweise sichtbar gemacht werden. Nur: Aus dem Faktum der Diskriminierung lassen sich nur schwer sinnvolle Schlussfolgerungen für die Anthropologie ziehen.

b) Diskriminierungen müssen auf der kulturellen Ebene gelöst werden – und nicht, indem man die Geschlechter theoretisch abschafft, um „Gleichheit“ zu erreichen. Die Familie ist der Ort, in der die Selbstannahme, auch des eigenen Geschlechts, auf spontane Art und Weise eingeübt werden kann: nicht unter den Vorzeichen der „Machtangleichung“, sondern unter jenen des angenommen Seins und andere um ihrer Selbst willen sein lassen.

c) Förderung einer Kultur der Beziehung: Die duale Erscheinungsform der menschlichen Geschlechtlichkeit ist Zeichen einer klaren Orientierung auf den anderen hin. Die personale (und nicht bloß funktionale) Struktur des Geschlechts zeigt, dass die menschliche Fülle gerade in der Beziehung, im Sein-für-den-anderen liegt. Ein ganzheitliches Menschenbild wirft auch ein neues Licht auf „Mutter“ sein und „Vater“ sein. Sie sind nicht unbedingt an die leibliche Mutter- oder Vaterschaft gebunden. Sie sind überhaupt Weisen des Füreinander-Daseins.

d) Keine Berührungsängste mit Biologie und Psychologie: Die Erkenntnisse aus der interdisziplinären Forschung sind wichtig, um zu wissen, welche die von der Natur vorgegebenen Unterschiede sind, welche die kulturell bedingten, welche die anerzogenen usw., um so Geschlechter-Stereotype zu überwinden und zugleich die Verschiedenheiten positiv zu nutzen. Nur so kann man den verschiedenen Bedürfnissen von Frau- und Mann-Sein gerecht werden.

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