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April 2008

Stammzellen: iPS-Zellen lindern Symptome von Parkinson

Empirisch bestätigt: Ethisch saubere Stammzellen (iPS) verhalten sich wie embryonale

In der Stammzellenforschung bahnt sich eine Neuorientierung an, seit es Shinya Yamanaka von der Universität Kyoto vorletzten Sommer gelang, differenzierte Körperzellen durch das Einbringen von vier Genen in undifferenzierte Zellen zu verjüngen, in so genannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS). Diese humanen adulten Stammzellen sind genauso multitalentiert wie embryonale (ES) und lassen sich in zahlreiche verschiedene Typen von Körperzellen und -gewebe verwandeln. Der ethische Unterschied zu den ES-Zellen: Sie wurden sauber gewonnen – ohne Tötung von Embryonen. Nun zeigte eine in Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichte Studie einer Forschergruppe rund um Rudolf Jaenisch vom Whitehead-Institut in Cambridge (US-Bundesstaat Massachusetts), dass durch iPS-Zellen die Symptome der Parkinson-Krankheit bei Ratten erfolgreich behandelt werden konnten (doi:10.1073_pnas.0801677105). Die US-Forscher programmierten zunächst Zellen aus dem Bindegewebe der Nager zu so genannten iPS-Zellen zurück. Diese ließen sie zu Nervenzellen heranreifen und spritzten sie den Ratten. Die Zellen entwickelten sich zu verschiedenen Typen funktionsfähiger Nervenzellen weiter. In Folge hätten sich die Anzeichen der Nervenerkrankung deutlich gebessert. Eine anschließende Untersuchung des Hirngewebes bestätigte, dass sich die Zellen im Gehirn angesiedelt hatten und funktionsfähig waren. Ein großer Vorteil der iPS-Zellen besteht darin, dass sie vom Patienten selbst stammen. Abstoßungsreaktionen des Immunsystems sind daher nicht zu erwarten. Die Untersuchung zeige, dass sich iPS-Zellen medizinisch nutzen ließen, meinen die Wissenschaftler. Bis das Verfahren jedoch beim Menschen angewendet werden könne, müssten noch zahlreiche Risiken beseitigt werden. Die größte Schwierigkeit ist bisher das deutlich erhöhte Krebsrisiko, das bei der Verwendung von ES-Zellen auftritt.

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