Vertrauen ist die beste Medizin. Doch wo es fehlt, ist der Preis hoch. Krankheit kann das Vertrauen in den eigenen Körper, in bisherige Lebenspläne und in die Zukunft erschüttern. Wer krank ist, braucht ein Gegenüber, das ihn als Menschen wahrnimmt, Ängste ernst nimmt und verlässlich begleitet. Vertrauen ist keine Nebensache, sondern die Grundlage jeder gelingenden therapeutischen Beziehung.
Der Pakt des Vertrauens
Der Philosoph Paul Ricœur spricht vom „Pakt des Vertrauens", der jeder medizinischen Behandlung zugrunde liegt. Es muss immer wieder neu gewonnen werden. Und wo es erschüttert wurde, muss es mühsam wiederhergestellt werden. Eine Kultur des offenen Umgangs mit Fehlern im Team und in der Institution muss gepflegt werden. Sie schafft Sicherheit – für Patienten und Mitarbeitende gleichermaßen.
Es gibt keine gute Therapie ohne gute Beziehung
Und nicht zuletzt: Vertrauen wirkt. Es verbessert nicht nur die Zufriedenheit von Patientinnen und Patienten, sondern auch den Erfolg therapeutischer Maßnahmen. Heilung ist ein wichtiges Ziel der Medizin – aber nicht das einzige. Gerade dort, wo Grenzen des Machbaren sichtbar werden, zeigt sich die besondere Kraft vertrauensvoller Beziehungen.
Wie Vertrauen entsteht, wodurch es gefährdet wird und wie es in Medizin und Pflege gestärkt werden kann, beleuchten die Beiträge dieser Ausgabe aus unterschiedlichen Perspektiven.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!
Ihre
Susanne Kummer
Herausgeberin
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