Wer neu in einen Beruf im Gesundheitsbereich startet, gerät früher oder später in Situationen, die ethisch komplex sind. Eine Studie der MedUni Wien (2024) zeigt: Mehr als 90 Prozent der Medizinstudierenden wünschen sich eine bessere Vorbereitung auf ethische Fragestellungen. Auch Pflegefachkräfte fühlen sich mit ethischen Entscheidungen häufig allein gelassen. IMABE hat deshalb vor zwei Jahren gemeinsam mit Kooperationspartnern aus dem DACH-Raum YoungMedEthics ins Leben gerufen.
„Wir bieten Raum für Reflexion, Vernetzung und persönliche Orientierung in einer Zeit zunehmender ethischer Herausforderungen – gerade für junge Menschen, die am Anfang ihrer beruflichen Karriere stehen oder noch in Ausbildung sind", erklärt IMABE-Direktorin Susanne Kummer. Nach den sehr erfolgreichen Online-Kursen mit Teilnehmenden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz findet nun die erste Young MedEthics-Konferenz in Wien am 8./9. Mai 2026 statt.
Fragen stellen, sich austauschen – und von der Erfahrung anderer profitieren
Wie gehe ich mit dem Sterbewunsch meines Patienten um? Was ist moralischer Stress – und wie kann ich im Beruf selbst heil bleiben? Wie finde ich das richtige Maß an Nähe und Distanz zum Patienten? Welche Medizin und Pflege wollen wir sein? Zu diesen und weiteren ethischen Fragen erwarten die Teilnehmenden Vorträge, Workshops und offene Diskussionsformate.
Young MedEthics Konferenz 2026
Ask. Get Answers. Connect.
Wann: 8./9. Mai 2026
Wo: Villa Steiner Academy, Wien
Für wen: Junge Fachkräfte und Studierende unter 35 Jahren in Medizin, Pflege und anderen Gesundheitsberufen
Hier geht es zum Programm und Flyer.
Programm
Sechs renommierte Vortragende aus dem DACH-Raum, fünf Vorträge und sechs interaktive Workshop-Sessions zu aktuellen ethischen Fragen im Gesundheitswesen – unter anderem zu:
- Entscheidungen am Lebensende
(Marcus Schlemmer, Palliativmediziner, Barmherzige Brüder München; OA Dr. Gerald Muhri, Palliatvimediziner, Elisabethinen Graz) - Selbstbestimmung und ärztliche Verantwortung
(Raimund Klesse, Psychiater, Hippokratische Gesellschaft, Chur) - Resilienz und ethische Selbstsorge im Berufsalltag
(Jolana Wagner-Skacel, Medizinische Psychologie, Psychosomatik und Psychotherapie, MedUni Graz) - Welche Medizin und Pflege wollen wir sein?
(Giovanni Rubeis, Medizinethiker, Universität Graz) - Die therapeutische Kraft der Berührung und professionellen Distanz
(Karoline Schermann, Pflegewissenschaften, UMIT Tirol)
In 6 Workshops werden diese Themen vertieft und anhand realer Praxisfälle gemeinsam diskutiert.
Open-Mic-Session
Teilnehmende haben die Möglichkeit, ethisch herausfordernde Fälle aus ihrer eigenen Arbeitspraxis im Plenum einzubringen und gemeinsam zu reflektieren.
Flying Dinner und Garden Lunch
bieten Raum für persönlichen Austausch und Vernetzung mit Teilnehmern und Vortragenden
Zertifizierung
Die Veranstaltung ist für Fortbildungspunkte aller Ärztekammern im DACH-Raum anerkannt: 9 DFP-Punkte (Österreichische Ärztekammer), 9 CME-Punkte (Deutsche Bundesärztekammer) und 9 Credits (Schweizer Ärztekammer).