Der Demenzkranke als Mitmensch

Imago Hominis (2015); 22(4): 259-266
Andreas Kruse

Zusammenfassung

Nach einer Einstimmung, in der Befunde aus der Forschung und Praxis der Demenz berichtet werden, geht der Beitrag auf die erhöhte Verletzlichkeit bei Demenz ein. Er fragt, inwieweit Gesellschaft und Kultur demenzkranke Menschen unterstützen können, mit der erhöhten (kognitiven, körperlichen und emotionalen) Verletzlichkeit zu leben. Dabei wird betont, dass eine kritische Reflexion unseres Menschenbildes notwendig ist, welches kognitive Leistungen betont, hingegen andere Qualitäten der Person weitgehend vernachlässigt. Zentrale Kategorien eines „guten Lebens“ im Alter werden diskutiert; es wird aufgezeigt, dass diese auch die Betrachtung eines demenzkranken Menschen leiten sollten.

Schlüsselwörter: Menschenbild, Menschenwürde, Demenz, Verletzlichkeit, soziale Bezogenheit, Ressourcen

Abstract

This article begins with findings and facts from dementia research and practice, which will stress the high vulnerability of patients with dementia. It asks how society and culture can help people with dementia to live with their increased cognitive, physical, and emotional vulnerability. A critical reflection about our concept of man is required, as it often emphasizes cognitive ability but neglects a person’s other qualities. The central categories that make up a “good life” in old age are discussed; and they should be expanded upon when dealing with dementia patients.

Keywords: anthropology, dignity, dementia, vulnerability, social aspects, resources

Anschrift des Autors:

Prof. Dr. phil. Dipl. Psych. Andreas Kruse
Ruprecht-Karls Universität Heidelberg
Director of the Institute of Gerontology
Bergheimer Straße 20, D-69115 Heidelberg
andreas.kruse(at)gero.uni-heidelberg.de

 






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