Wege der Kommunikation mit fortgeschritten Demenzkranken

Imago Hominis (2015); 22(4): 285-293
Marina Kojer

Zusammenfassung

Schwer Demenzkranke erleben die Welt ausschließlich auf der Gefühlsebene. Nur auf dieser Ebene können wir versuchen, ihnen zu begegnen. Voraussetzung dafür ist eine respektvolle und wertschätzende Grundhaltung, das heißt, die Bereitschaft die Kranken als gleichwertig zu akzeptieren. Das allein ist indes zu wenig: Wer laufend Menschen mit weit fortgeschrittener Demenz zu betreuen hat, muss, um eine Beziehung zu den Betroffenen herstellen zu können, lernen, mit den „sprachlos“ gewordenen Kranken zu kommunizieren. Seit vielen Jahren hat sich die Validation nach Naomi Feil als bestens geeigneter Zugangsweg für jede Phase der Demenz bewährt. Als sehr hilfreich für den nonverbalen Kontakt mit weit fortgeschritten Demenzkranken erweist sich auch die Basale Stimulation.

Schlüsselwörter: Nonverbale Kommunikation, Beziehung, Empathie, ethisches Handeln

Abstract

Patients suffering from severe dementia experience the world on a purely emotional level. Therefore, the only way for us to connect with them is on this level. However, this requires a respectful attitude that accepts the patient as an equal. Furthermore, those who provide constant care to persons with highly advanced dementia must learn to communicate with them. There is no other way to develop a relationship. According to Naomi Feil, the method of “validation” has proven to be the best approach in every stage of dementia. Basal stimulation has also been found to be a helpful tool for establishing non-verbal communication.

Keywords: non-verbal communication, relationship, empathy, ethical conduct

Anschrift der Autorin:

Dr. med. Dr. phil. Marina Kojer
Honorarprofessorin der IFF (Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung) der Universität Klagenfurt in Wien
Privat:
Ernst Karl Winter-Weg 8/6, A-1190 Wien
marina.kojer(at)me.com






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