Mehrklassenmedizin aus ethischer Sicht

Imago Hominis (2020); 27(3): 203-213
Wilhelm Donner, Enrique H. Prat

Zusammenfassung

Der Begriff „Klassenmedizin“ ist negativ besetzt. Die SV-Gesetze, die das österreichische Gesundheitswesen regeln, lassen in einem gewissen Ausmaß eine Mehrklassenmedizin zu. Die Frage, die in diesem Artikel geklärt werden soll, ist, ob die Phänomene einer Mehrklassenmedizin, die in Österreich zu beobachten sind, ethisch vertreten werden können. Dazu werden die Prinzipien der Sozialethik herangezogen und es wird untersucht, ob die gesetzlichen Regelungen diesen Prinzipien Genüge tun. Das Ergebnis ist, dass die Elemente der österreichischen „Mehrklassenmedizin“ prinzipiell ethisch konform sind. Im Artikel werden zudem einige Praktiken analysiert, die auch in Österreich vorkommen. Sie sind eher Fälle von Korruption, die weder mit der Gesetzgebung noch mit den Prinzipien der Sozialethik in Einklang stehen.

Schlüsselwörter: Mehrklassenmedizin, Gemeinwohl, Solidarität, Subsidiarität, gesundheitliche Gerechtigkeit

Anschrift der Autoren:

Dr. Wilhelm Donner
Vormaliger Chefredakteur der Fachzeitschrift
„Soziale Sicherheit“ der österr. Sozialversicherung
wilhelm.donner@aon.at

Prof. Dr. Enrique H. Prat
IMABE
Landstraßer Hauptstraße 4/13, A-1030 Wien
ehprat@imabe.org






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Anthropologie und Bioethik
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