Zwischen Wahn und Weisheit – Gedanken zum Forschungsethos

Imago Hominis (2008); 15(1): 21-29
Thomas Kenner

Zusammenfassung

In diesem Essay geht es darum zu zeigen, dass die Begriffe Ethos und Ethik der Forschung vielfach missbraucht und missverstanden werden. Mit dem Begriff „technologischer Imperativ“ wird die Tendenz beschrieben, dass alles Machbare auch wirklich ohne Bedenken gemacht wird. Die Geschichte der Entdeckung der Struktur der DNA zeigt, welche Bedeutung einerseits dem persönlichen Prestige und andererseits vielfachen Einflüssen von Interessensgruppen zukommt. Es ist nötig darauf hinzuweisen, dass ohne Weisheit eine korrekte ethische Einstellung nicht gefunden werden kann.

Schlüsselwörter: Forschung, Ethos, Weisheit, technologischer Imperativ

Abstract

It is the intention of this essay to show that the terms ethos and ethics of research are in many respects misused and misunderstood. The term “technological imperative” describes the trend that everything which can be done is actually done without any consideration. A look at the history of the discovery of the structure of DNA shows the importance of the influence of personal prestige and of the marked influence of the interest of certain groups. Therefore it is necessary to point to the fact that without wisdom the correct ethical intention cannot be found.

Keywords: research, ethos, wisdom, technological imperative

Anschrift des Autors:

emer. Univ.-Prof. Dr. Dr. hc. Thomas Kenner
Physiologisches Institut
Medizinische Universität Graz
Harrachgasse 21, A-8010 Graz






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Anthropologie und Bioethik
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