Der Tod und seine zwei Gesichter

Imago Hominis (2012); 19(1): 51-59
Martina Hiemetzberger

Zusammenfassung

Die medizinischen Leistungen auf dem Gebiet der Organtransplantation ermöglichen unzähligen Schwerstkranken ein Überleben bzw. tragen wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Ein großer Beitrag für eine gelungene Transplantation geht von Seiten der Pflege aus. Die Betreuung von hirntoten Patienten erfordert umfassendes Wissen und intensive Pflege.
Ist der Mensch tot, wenn seine Hirnfunktionen erloschen sind? Ein hirntoter Mensch unterscheidet sich rein äußerlich nicht von einem Intensivpatienten, was bei Pflegepersonen oftmals Unsicherheit im pflegerischen Handeln auslöst und zu starken emotionalen Belastungen führt. Dies zeigt eine Studie zur subjektiven Erlebensperspektive der damit befassten Pflegepersonen.
Diese besondere Pflegesituation erfordert eine umfassende Auseinandersetzung mit der ethischen, rechtlichen und pflegerischen Dimension der Hirntodproblematik.

Schlüsselwörter: Hirntodkonzept, Pflege, anthropologische Sicht, gesetzliche Bestimmungen, Autonomie

Abstract

Medical achievements in organ transplantation have improved the chances to survive, and have contributed substantially to quality of life, too. Successful transplantations depend a good deal on perioperative nursing. The handling of braindeath requires compound knowledge in the field and intensive efforts in nursing.
Is somebody really dead when his/her brain has ceased to work? A braindead individual looks externally like any other patient in the ICU, a fact that is disturbing and puts a great emotional strain on the nursing personnel. This was documented by an investigaton on the perspectives of personal experiences of the nursing staff.
These very special circumstances warrant a thorough analysis of ethical, juridical  and nursing  implications around the phenomenon of braindeath.

Keywords: Concept of Braindeath, Nursing, Anthropological Approach, Law, Autonomy

Anschrift der Autorin:

Mag. phil. Martina Hiemetzberger, DGKS
Lehrerin für GuK
Sozialmedizinisches Zentrum Ost, Donauspital
Langobardenstr. 122, A-1220 Wien
Martina.Hiemetzberger(at)wienkav.at

 






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