Lebenswissenschaften und Ethik. Anmerkungen zu einer neuen Kategorisierung in den Naturwissenschaften und zu ihren ethischen Implikationen

Imago Hominis (2008); 15(3): 247-258
Christian R. Noe

Zusammenfassung

Die derzeit ablaufende „industrielle Revolution der Denkmaschinen (Computer)“ bedingt eine weitgehende Umgestaltung der Wissenschaften und ihres Betriebes. In diesem Beitrag wird am Beispiel der Lebenswissenschaften der Versuch gemacht, anhand der Abfolge „Wahrnehmen – untersuchen – wissen – mit Geschick umsetzen“ aufzuzeigen, dass alle Phasen wissenschaftlicher Tätigkeit mit ethischen Fragen intrinsisch verknüpft sind. Eine „ethische Krise der Wissenschaften“ kann vermieden werden, wenn es gelingt, ein neues Selbstverständnis der Naturwissenschaftler und einen gesellschaftlichen Konsens über die Bedeutung verantwortungsbewussten Handelns in den Wissenschaften herbeizuführen.

Schlüsselwörter: Integrative Lebenswissenschaften, Ethik, Revolution der Denkmaschinen

Abstract

The presently ongoing „industrial revolution of computers (thinking machines)“ has caused a comprehensive reshaping of science and scientific undertaking. This contribution refers to the field of life sciences. Along the sequence “to notice – to investigate – to know – to act skillfully” the attempt will be made to demonstrate that all phases of scientific activities are intrinsically connected with ethical implications. An “ethical crisis of science” can be avoided if a new self-conception of scientists can be achieved together with a societal consensus on the importance of responsible conduct in science.

Keywords: Integrative Life Sciences, Ethics, Computer Revolution

Anschrift des Autors:

o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Mag. Dr. Christian R. Noe
Departement für Pharmazeutische Medizinische Chemie der Universität Wien
Althanstraße 14, A-1090 Wien
Christian.Noe(at)univie.ac.at






Institut für Medizinische
Anthropologie und Bioethik
Unterstützt von: