Geordnete Sexualität. Über die Tugend der Keuschheit

Imago Hominis (2010); 17(4): 315-329
Katharina Westerhorstmann

Zusammenfassung

Wenn der verantwortungsbewusste Umgang mit Sexualität gesellschaftlich vor allem ex negativo diskutiert wird, wie z. B. in den Missbrauchsskandalen der vergangenen Monate, sind theologische und philosophische Ansätze gefragt, die zu einer Erneuerung des Umgangs mit Sexualität beitragen können. Eine Ordnung der Sexualität, die sich vernunftgemäßen und damit menschlichen Kriterien unterwirft, soll daher im Folgenden im Sinne einer Tugend der Keuschheit vorgestellt werden, die die leibliche Dimension ebenso betrifft wie die seelische. Die genannte Tugend wird dabei als eine zur festen Disposition gewordene, gute Gewohnheit erläutert, die zu einer gelungenen Integration der Sexualität in das gute Leben des Geschenkhaften bedarf.

Schlüsselwörter: Sexualethik, Sexualität, Tugendethik, Keuschheit, Moral

Abstract

If the responsible treatment of sexuality is discussed within society – particularly ex negativo, as was the case, for example, in the abuse scandals of recent months – theological and philosophical approaches are required that can contribute toward a renewal of how we deal with sexuality. An order of sexuality that complies with sensible – and, hence, humane criteria – is therefore presented in the following essay within the sense of a virtue of chastity that refers not only to the dimension of the body but also of the soul. The virtue mentioned is explained as a good habit that has become a set disposition that calls for the successful integration of sexuality into the good life to which something additional has to be given.

Keywords: Sexual Ethics, Sexuality, Virtue Ethics, Chastity, Moral

Anschrift der Autorin:

Dr. theol. Katharina Westerhorstmann
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Lehrbeauftragte für Ethik/Praktische Philosophie
Sautierstraße 53b, D-79104 Freiburg
k.westerhorstmann(at)gmx.de






Institut für Medizinische
Anthropologie und Bioethik
Unterstützt von: